Immunsuppressive Basistherapien sind auch bei Patienten mit onkologischen Vorerkrankungen
notwendig und werden zunehmend eingesetzt. Die Datenlage in diesem Spannungsfeld bessert
sich, ist aber weiterhin komplex. Hierzu möchte ich Ihnen in einem Übersichtsartikel
aktuelle Gesichtspunkte zu den unterschiedlichen Substanzen darstellen und Vorschläge
für einen Umgang mit diesem Thema in der Praxis machen.
Die Kenntnis paraneoplastischer Erkrankungen des Bewegungsapparates ersparen Arzt
und Patienten differenzialdiagnostische Irrwege und ermöglichen zuweilen eine frühere
Diagnose der zugrundeliegenden malignen Erkrankung. Knitza und Kollegen geben eine
präzise Übersicht über die wichtigsten Krankheitsbilder.
Die Etablierung immunonkologischer Therapien – v. a. mit Checkpointinhibitoren – hat
in vielen Bereichen der Hämatoonkologie zu einer kleinen Revolution geführt. Langfristige
Tumorkontrolle wurde selbst bei Entitäten erreicht, bei denen dies früher kaum möglich
erschien. In der Rheumatologie erfahren diese Substanzen eine zunehmende Aufmerksamkeit,
da sich die autoimmunen Nebenwirkungen nicht selten am Bewegungsapparat abspielen
und die Strategien zur immunsuppressiven Therapie derselben immer differenzierter
werden. Benesova und Kollegen nehmen zu diesem Thema ausführlich Stellung.
Die monoklonale Gammopathie wird in der rheumatologischen Praxis regelmäßig gefunden.
Zusammen mit Herrn Knop, einem Hämatoonkologen unserer Klinik, erläutere ich in einem
weiteren Artikel den Einfluss rheumatologischer Entitäten und Therapien auf das Auftreten
sowie das Progressionsrisiko der monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz. Weiterhin
möchten wir Ihnen Empfehlungen zu Abklärung und Verlaufskontrolle mit an die Hand
geben.
Hämophagozytische Syndrome entstehen als gemeinsame Endstrecke unterschiedlicher entzündlicher
Erkrankungen. Es handelt sich um schwere lebensbedrohliche Systemerkrankungen der
maximalen Autoaggression. Dem Rheumatologen sind sie als Makrophagenaktivierungssyndrom
im Rahmen des Morbus Still oder des Systemischen Lupus erythematodes bekannt. Aufmerksamkeit
für diese Syndrome kann für die betroffenen Patienten lebensrettend sein. Die Therapie
erfordert meistens die interdisziplinäre Zusammenarbeit von spezialisierten Rheumatologen
und Hämatoonkologen. Schenk und Kollegen erläutern Pathogenese, Diagnose und Therapie
dieser Erkrankungen.
Oftmals in der Vergangenheit hat die Rheumatologie Medikamente aus der Hämatoonkologie
übernommen. Eines der prominentesten Beispiele stellt die B-zell-depletierende mit
Rituximab dar. Auch JAK-Inhibitoren gehören schon viele Jahre zum therapeutischen
Arsenal in der Hämatoonkologie. Steinbrunn und Kollegen berichten von den Erfahrungen
zur Wirksamkeit und Sicherheit von JAK-Inhibitoren bei hämatologischen Erkrankungen.
Diese Erfahrungen könnten zum besseren Verständnis dieser in der Rheumatologie relativ
neuen und wichtigen Substanzklasse beitragen.
So möchte ich den roten Faden durch dieses Themenheft folgendermaßen formulieren:
Indem man über den Tellerrand der eigenen Spezialisierung hinausschaut, weitet sich
der Blick und man erhält nicht selten einen neuen Blickwinkel auf das eigene Fachgebiet.