Erstmals seit 20 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 3 neue Virusstämme
in die Influenzaimpfempfehlung aufgenommen.
Rasche Ausbreitung durch Tröpfcheninfektion
Die Influenza zählt nach wie vor zu den ernst zu nehmenden Seuchen, betonte Prof.
Peter Wutzler, Jena. Während einer Epidemie werden schnell die Grenzen der Belastbarkeit
des Gesundheitssystems erreicht. Für die besondere Infektiosität des Virus machte
Wutzler die Variabilität des Erregers infolge von Antigendrift oder gar -shift verantwortlich.
Zudem breitet sich die Tröpfcheninfektion sehr rasch aus.
Adjuvans verbessert Immunantwort
Die nachlassende Immunkompetenz, die eine Influenzaimpfung gerade bei Senioren als
sinnvoll erscheinen lässt, ist auch ein limitierender Faktor für den Impferfolg: Der
Schutzeffekt einer herkömmlichen Impfung sinkt bei ihnen auf 50-60 %. Verantwortlich
dafür ist laut Prof. Dr. Thomas Weinke, Potsdam, unter anderem eine Rückbildung des
Thymus im Alter sowie eine Abnahme immunkompetenter Zellen, die eine geringere Antikörperproduktion
zur Folge hat. Als Ausweg aus diesem Dilemma empfahl der Experte die Applikation eines
adjuvierten Impfstoffes (Fluad®). Er bietet mit dem Adjuvans MF59 und seinem Hauptbestandteil
Squalen insbesondere gegenüber den gefährlicheren Influenzavirusvarianten der Stämme
A H3N2 und A H1N1 eine wesentlich bessere Immunogenität als Vergleichsvakzine.
Auf welche Weise das Adjuvans die Immunantwort verbessert, erklärte Dr. Martina Weßling,
Marburg: Der Impfstoff fördert die Einwanderung von reifen Makrophagen und wirkt somit
als lokaler Immunmodulator. Monozyten steigern zudem die Antigenaufnahme und die Differenzierung
zu dendritischen, Antigen präsentierenden Zellen wird unterstützt. Nachdem dendritische
Zellen vermehrt in die nahegelegenen Lymphknoten eingewandert sind, wird die Interaktion
von T- und B-Zellen gefördert. Selbst gegenüber gedrifteten Influenzaviren führt der
daraus folgende höhere Antikörpertiter zu einem besseren Schutz (bis zu 98 %) als
ihn der Standardimpfstoff gegenüber den ursprünglichen Erregern bieten könnte (bis
zu 80 %).
Martin Wiehl, Königstein-Falkenstein
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Die Beitragsinhalte stammen von der Fachpressekonferenz "Besonders wichtig: Influenzaimpfung
bei der Generation 65+", veranstaltet von Novartis Behring, Marburg
Der Autor ist freier Journalist
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