inzwischen haben wir eine Vorstandssitzung abgehalten - es war die erste ohne Professor
Knobloch. Der Ausschuss Langzeitaufenthalte wird in Zukunft von Dr. Barbara Ritter
(Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, GTZ), Dr. Marcellus Fischer
(Bundeswehr), Dr. Albrecht Schrader-Beielstein und Dr. Gerhard Boecken (Auswärtiges
Amt) besetzt. Nach der Neuregelung des G 35 werden wir uns auch um ein mit den Berufsgenossenschaften
abgestimmtes Curriculum für die Fortbildung in diesem Bereich bemühen. Der Tübinger
Kurs wird in seiner jetzigen Form wohl nicht mehr stattfinden.
In Kürze werden die aktualisierten Impfempfehlungen der DTG erscheinen. Aktuelle Informationen
zu Reiseimpfungen 2009 stehen auf der Homepage der DTG zum Download bereit. Erfreulicherweise
ist es dem Ausschuss Reisemedizin gelungen, bei den Malariaprophylaxeempfehlungen
jetzt mit den Kollegen aus der Schweiz und Österreich ein gemeinsames Konzept zu erstellen.
Auch der Kontakt zu den Briten und Franzosen konnte in diesem Zusammenhang intensiviert
werden.
Im November veranstaltete die Bernhard-Nocht-Klinik des Universitätskrankenhauses
Hamburg mit dem Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg und
der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Infektiologie und Tropendermatologie der "Society
of Dermatology in the Tropics" das 3. Symposium für Tropendermatologie und Reisemedizin
in Hamburg. Lesen Sie mehr dazu auf der nächsten Seite. Das nächste Tropendermatologische
Symposium wird sich um Helmintheninfektionen drehen und verspricht damit erneut ein
sehr interessantes und abwechslungsreiches Thema. Die Vorbereitungen für den 3. "Northern
European Congress on Travel Medicine" 2010 hier in Hamburg laufen schon - ein Programmpunkt
wird die "Maritime Medizin" in allen ihren Ausprägungen sein - ein Thema, das sicher
auch mit einem interessanten Rahmenprogramm aufwarten wird.
Der Tollwutimpfstoff wird knapp bleiben und damit sind wir alle weiterhin in der Pflicht,
die Indikation zur Tollwutimpfung besonders streng und korrekt zu stellen. Die Tropeninstitute
haben Impfstoffkontingente und sind sicher am ehesten in der Lage, durch einen Konsens
zur Indikationsstellung dieses ja auch im Umgang mit Reisenden in der täglichen Praxis
nicht ganz unheikle Thema zu "entschärfen". Geimpft werden sollten Langzeitreisende,
beruflich Entsandte und grundsätzlich nur Reisende in Hochrisikogebiete. Die postexpositionelle
Impfung sollte Vorrang vor der präexpositionellen Impfung haben. Im Zweifels- oder
Konfliktfall sollten Reisende an die Tropeninstitute verwiesen werden.
Uns erreichte die kritische Stellungnahme eines Teilnehmers des von der DTG anerkannten
Refresherkurses. Die Kritik bezieht sich auf den Text unseres Zertifikates Reisemedizin.
Die Urkunde bescheinigt "Grundkenntnisse über Gesundheitsrisiken in Zusammenhang mit
einer Reise, speziell in tropische Länder, über Maßnahmen zur Prävention, über orientierende
Aspekte zu Rückkehrer-Erkrankungen, speziell aus tropischen Ländern und über Flugreisemedizin".
Die Formulierung holpert sicher ziemlich, aber die Kritik richtete sich eher gegen
den Begriff der Grundkenntnisse und das Wort orientierend - ich kann das nachvollziehen,
da es sich um einen erfahrenen und engagierten Kollegen handelt, der sich deutlich
unter Wert zertifiziert fühlte. Wir werden über eine Veränderung des Textes nachdenken
und würden gern Ihre Meinung dazu wissen: Email: hsudeck@t-online.de.
Wie immer grüßen wir Sie herzlich aus Hamburg
Prof. Gerd-Dieter Burchard und
Dr. Hinrich Sudeck
Gerd-Dieter Burchard
Hinrich Sudeck