Pneumologie 2010; 64(3): 135
DOI: 10.1055/s-0030-1249417
Pneumo-Fokus

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Lungenkrebs - Inzidenzraten sind zurückgegangen

Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
12. März 2010 (online)

 
Inhaltsübersicht

Ein Forscherteam um L. A. Tse hat am Beispiel der männlichen Bevölkerung Hongkongs untersucht, wie sich die Lungenkarzinom-Inzidenzen - differenziert nach histologischen Subtypen - von 1991-2005 entwickelt haben. Während dieser Zeit nahmen die Erkrankungsraten stetig ab, dies galt insbesondere für das Plattenepithelkarzinom, das großzellige Bronchialkarzinom und unbekannte Tumortypen. Lung Cancer 2009; 66: 22-27

Die Autoren erhielten Daten zu Lungenkarzinom-Inzidenzen vom Hongkonger Krebsregister. Die Unterteilung des Lungenkarzinoms in 6 histologische Subtypen erfolgte anhand der WHO-Kriterien: Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom, kleinzelliges Bronchialkarzinom, großzelliges Bronchialkarzinom, andere spezifische und / oder unspezifische histologische Subtypen sowie unbekannte Tumortypen. Zudem wurde die Prävalenz des täglichen Rauchens bei den unterschiedlichen Altersgruppen der männlichen Einwohner Hongkongs zwischen 1974 und 2005 berücksichtigt.

Zoom Image

Tumorzellen im Sputum beim verhornenden Plattenepithelkarzinom (Bild: Siegenthaler, Hrsg. Differentialdiagnose innerer Krankheiten. Thieme 2000).

#

Unterschiede bei Subtypen feststellbar

Innerhalb des untersuchten Zeitraums traten bei den Männern 38 449 neue Fälle von Lungenkrebs auf. Die altersstandardisierten Inzidenzraten von Lungenkrebs beim männlichen Geschlecht nahmen zwischen 1991 und 2005 kontinuierlich ab, und zwar von 73,37 auf 51,33 pro 100 000 (Annual Percentage Change [APC] -2,56). Dies war in 1. Linie auf ein vermindertes Auftreten von Plattenepithelkarzinomen (APC -3,59), großzelligen Bronchialkarzinomen (APC -8,58) und unbekannten Tumortypen (APC -9,25) zurückzuführen.

Demgegenüber stellten die Autoren eine deutliche Zunahme der Inzidenz anderer spezifischer und / oder unspezifischer histologischer Subtypen fest (APC 16,01); bei Adenokarzinomen und kleinzelligen Bronchialkarzinomen blieben die Inzidenzen relativ konstant (APC 0,31 respektive -0,58). Der Anteil der Männer, die täglich rauchten, ging während des Zeitraums 1974-2005 substanziell zurück.

#

Fazit

Tabakrauchen ist mit allen Hauptformen des Lungenkarzinoms assoziiert, besonders deutlich ist diese Beziehung jedoch im Fall des Plattenepithelkarzinoms ausgeprägt. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die histologischen Subtypen des Lungenkarzinoms möglicherweise unterschiedliche Krankheitsentitäten repräsentieren, mit gemeinsamen sowie individuellen Risikofaktoren. Weitere Untersuchungen sollten nach Meinung der Autoren folgen, um die Hypothesen der Studie zu bestätigen.

Dr. Frank Lichert, Weilburg

 
Zoom Image

Tumorzellen im Sputum beim verhornenden Plattenepithelkarzinom (Bild: Siegenthaler, Hrsg. Differentialdiagnose innerer Krankheiten. Thieme 2000).