Die DEGUM hat sich in mehreren Vorstandssitzungen 2010 sowie in einer erweiterten
Vorstandssitzung am 17.01.2011 ausführlich mit dem Thema von Assistenzpersonal in
der Sonographie auseinandergesetzt. Zu der ganztägigen Sitzung des Erweiterten Vorstands
wurden Vorträge von Experten, auch aus dem Ausland. zum Thema gehört und diskutiert.
Ferner fand eine Befragung aller Arbeitskreise und Sektionen statt.
Danach nimmt die DEGUM bereits seit 2007 eine klare Position zu diesem Thema ein.
Die fachlichen Anforderungen an das nicht-ärztliche Assistenzpersonal sind in den
vergangenen Jahren gestiegen und erfordern eine höhere Qualifikation. Die DEGUM wird
diesem Umstand in zunehmendem Maße Rechnung tragen und auf Ihren Veranstaltungen und
Kongressen Fortbildungsangebote auch für medizinisches Assistenzpersonal anbieten.
Hingegen wurde eine Übernahme der sonographischen Diagnostik durch Assistenzpersonal
–wie z.B. in den angelsächsischen Ländern, in denen ein solches Berufsbild („Sonographer“)
seit langer Zeit besteht - mit einer überwältigenden Mehrheit abgelehnt. Die DEGUM
sieht die Sonographie nicht als eine rein technische Leistung an, sondern versteht
sie als klinisches Werkzeug in der Hand des Arztes („klinische Sonographie“): Zielgerichtete
Anamnese und Einordnung der erhobenen Befunde in das Krankheitsbild durch den untersuchenden
Arzt zum Zeitpunkt der Untersuchung machen den Wert dieser Untersuchungsmethode aus.
Eine Delegierung an nicht-ärztliches Personal würde wie in den USA oder Großbritannien
eine mehrjährige Ausbildung dieser Berufsgruppe erfordern. Im Übrigen bleibt die Verantwortung
für erhobene Befunde unteilbar und liegt mit Hinblick auf die daraus erwachsenen klinischen
Konsequenzen weiterhin beim Arzt. Damit wäre eine abschließende ärztliche Befundkontrolle
weiterhin unabdingbar, so dass insgesamt keine relevante Zeitersparnis resultieren
würde. Die DEGUM betont zugleich, dass eine gute Ausbildung sonographisch tätiger
Ärzte unabdingbar ist, und macht darauf aufmerksam, dass diese vielerorts bereits
heute nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Eine Verlagerung sonographischer Leistungen
auf spezialisiertes Assistenzpersonal würde die Ausbildung von Ärzten in verstärktem
Maße gefährden und den klinischen Wert der Sonographie in vielen Fachdisziplinen marginalisieren.
Für den Vorstand der DEGUM
Prof. Dr. S. Delorme, Präsident
Dr. H.–P. Weskott, Sekretär