Pneumologie 2011; 65(5): 260
DOI: 10.1055/s-0031-1278670
Pneumo-Fokus

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Asthma bronchiale – Atemfluss: Bildgebung und Lungenfunktion korrelieren

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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
09. Mai 2011 (online)

 
Inhaltsübersicht

Die Bildgebung mittels Computertomografie ermöglicht die nicht invasive Untersuchung krankheitsrelevanter Parameter in der Lunge. Eine japanische Arbeitsgruppe um M. Hoshino hat untersucht, wie sich die Wände verschiedener Bronchusgenerationen beim Asthma bronchiale darstellen. Die Forscher haben diese Messungen mit Ergebnissen aus der Lungenfunktion korreliert. Eine engere Korrelation hat sich für Flusseinschränkungen mit den Luftwegen der 5. Teilungsgeneration ergeben. Respir Med 2010;104: 794-800

An der Studie nahmen 38 Patienten teil. Davon litten 14 Patienten an mildem Asthma und je 12 an moderatem und schwerem Asthma. Mit einem 64-Mehrzeilen-CT wurde ein Scan der Lunge unter spezifischen Einstellungen in maximaler Inspiration durchgeführt. Eine Messung der Lungenfunktion erfolgte am selben Tag.

Mit einer neuen Software wurden die ersten 5 Bronchusgenerationen von 2 Bronchien (B1, B10) bestimmt und jeweils in kurzen Abschnitten quer vermessen. Die Fläche der Bronchuswand im Querschnitt wurde jeweils ermittelt und auf die Körperoberfläche korrigiert. Die Gruppe der Patienten mit schwerem Asthma wies im Mittel ein höheres Alter auf als die anderen beiden Gruppen. Die Eosinophilie in der bronchoalveolären Lavage ließ keine deutlichen Unterschiede erkennen.

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Vergleich der 3 Probandengruppen

In den 3 Patientengruppen zeigten sich deutliche Unterschiede in den Bronchien der 5. Generation in der Fläche der Bronchuswand im Verhältnis zur Gesamtfläche des Bronchusquerschnitts und der korrigierten Innenfläche der Bronchien. Vereinfacht ausgedrückt war die Bronchialwand der Bronchien der 5. Teilungsgeneration in den Gruppen mit moderatem und schwerem Asthma dicker als bei den Patienten mit mildem Asthma. Entsprechend war die Innenfläche bei den schwerer erkrankten Patientengruppen kleiner.

Im Gegensatz dazu gab es keine Unterschiede im Vergleich der Bronchien der 3. Generation.

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Korrelation mit relevanten Lungenfunktionsparametern?

Die Ausgangsfrage war, ob diese Ergebnisse mit den für die Obstruktion relevanten Lungenfunktionsparametern korrelieren.

Die Untersuchung macht deutlich, dass bei den Bronchien der 5. Generation die Fläche der Bronchuswand im Verhältnis zur Gesamtfläche des Bronchusquerschnitts (positiv) mit der FEV1% korreliert. Korrelationen zur FEV25-75% wurden nur zu den gepoolten Werten der Bronchien präsentiert und nicht im Vergleich der Patientengruppen. Eine weitere positive Korrelation zeigte sich im Hinblick auf die Dauer der Erkrankung, hingegen gab es keine Korrelation hinsichtlich des Alters der Patienten.

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Fazit

In dieser Studie konnte die erwartete Korrelation zwischen pathologisch veränderter Struktur und eingeschränkter Lungenfunktion bei eher kleineren Bronchien nichtinvasiv gezeigt werden. Dieses könnte interessant für die Beobachtung von langfristigen Verläufen und therapeutischen Effekten sein. Ob dieser Ansatz auch eine individualmedizinische Bedeutung erlangen wird, bleibt abzuwarten, so die Autoren.

Prof. Thomas Tschernig, Homburg