In ihren aktualisierten Leitlinien weist die Diabetesgesellschaft nachdrücklich darauf
hin, dass die Norm nahe Blutzuckereinstellung weder zu Gewichtszunahmen noch zu Hypoglykämien
führen dürfe. Allerdings bestehe bei einer intensivierten Blutzuckereinstellung immer
das Risiko von Hypoglykämien, vor allem unter einer Sulfonylharnstoff- oder Insulintherapie,
so Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt. Laut einer Befragung von circa 1400 Diabetespatienten
führen nächtliche Hypoglykämien zu häufigen Verspätungen am Arbeitsplatz, Fehltagen
und Produktivitätsminderungen. Die Betroffenen messen häufiger ihren Blutzucker und
reduzieren die Insulindosis, was insgesamt zur Verschlechterung der Blutzuckerkontrolle
führt. Hypoglykämien verschlechtern allerdings auch die Prognose der Patienten. So
zeigen die Ergebnisse, z. B. der VADT-Studie, dass die Mortalität bei Patienten mit
schweren Hypoglykämien stark ansteigt.
Langwirksames Insulinanalogon reduziert gefährliche Hypoglykämien
Mit dem lang wirksamen Basalinsulin Insulindetemir (Levemir®), so Kaiser, lässt sich
eine effektive Verbesserung der Blutzuckereinstellung erreichen. Der spezielle Verzögerungsmechanismus
von Insulindetemir, mit seiner Bindung an körpereigenes Albumin, sorgt für ein vergleichsweise
gleichmäßiges Wirkprofil mit verringerter intraindividueller Variabilität der morgendlichen
Blutzuckerwerte im Vergleich zu NPH-Insulin. Auch das Risiko von Hypoglykämien lässt
sich mit diesem Insulinanalogon deutlich reduzieren. So zeigen die für Insulindetemir
vorliegenden Studiendaten sowohl in randomisierten klinischen Studien als auch in
Beobachtungsstudien, die die Therapie im Praxisalltag untersuchen, ein geringeres
Risiko für Unterzuckerungen in der Nacht als bei NPH-Insulin. Insgesamt kann aus den
Studiendaten ein verringertes Risiko für nächtliche Hypoglykämien von 61–65 % im Vergleich
zu NPH-Insulin abgeleitet werden.
Versorgungswahlverträge sorgen für Verordnungssicherheit
Mit den Versorgungswahlverträgen hat das Unternehmen Novo Nordisk Pharma dafür gesorgt,
dass sein lang wirksames Analoginsulin weiterhin ohne Einschränkungen für Typ-2-Diabetiker
zu Lasten der GKVen verordnet werden kann und damit auch die Kostengleichheit zu den
NPH-Insulinen hergestellt, so Prof. Bernd Brüggenjürgen, Berlin. Mit der Gewährung
von Rabatten für die meisten gesetzlichen Krankenkassen ist nicht nur die Verordnungsfähigkeit
für nahezu 95 % aller gesetzlich Versicherten sicher gestellt, die Kostenvorteile
der Krankenkassen werden auch zugunsten des Arztes gewertet. So werden bei der Durchführung
von Wirtschaftlichkeitsprüfungen die Rabatte für Insulinanaloga, wie Insulindetemir,
arztbezogen berücksichtigt. Die Krankenkasse ermittelt die Summe der Rabatteinnahmen
aufgrund der Verträge mit den pharmazeutischen Herstellern und übermittelt diese der
Prüfungsstelle, die die Kostengleichheit zwischen Humaninsulin und modernen Insulinanaloga
anerkennt. Die Berücksichtigung der Rabatte bei der Verordnung von Insulindetemir
führt damit letztendlich zu mehr Verordnungssicherheit für den Arzt.
Richard Kessing, Zeiskam
Quelle: Media-Lunch "Lang wirksame Insulinanaloga auf dem Prüfstand – Die medizinische
Perspektive / Die Kosten-Perspektive" 1. Mai 2011, Wiesbaden. Veranstalter: Novo Nordisk
Pharma GmbH, Mainz