Grafomotorisches Training verbessert die feinmotorischen Fertigkeiten von Kindern
mit Schreibproblemen, wenn es über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig stattfindet.
Dieses Ergebnis brachte ein systematisches Review der Ergotherapeutin Monika Hoy und
ihren Kollegen von der University of Ottawa, Kanada.
Um die Effekte von Behandlungskonzepten zur Verbesserung grafomotorischer Leistungen
zu untersuchen, recherchierten die Forscher in verschiedenen Datenbanken wie CINAHL,
Embase, Medline und PsycINFO. Von den insgesamt 320 gefundenen Interventionsstudien
schlossen sie 11 klinische Studien mit Kontrollgruppen in das Review ein. Die untersuchten
Methoden umfassten entweder eine Kombination aus Entspannungs- und Schreibübungen,
ein sensorikorientiertes Training oder ein grafomotorisches Übungsprogramm. Anhand
der Messergebnisse analysierten die Forscher, inwieweit sich die verschiedenen Interventionen
auf die grafomotorischen Leistungen der Kinder ausgewirkt hatten. Dabei stellten sie
fest, dass ein entsprechendes Training die Schreibfertigkeiten eines Kindes nur dann
verbessern kann, wenn das Kind mindestens zweimal pro Woche und für insgesamt 20 Einheiten
an konkreten grafomotorischen Übungen teilnimmt. Interventionen ohne grafomotorische
Inhalte führen hingegen nicht zum gewünschten Effekt.
Aus diesem Grund empfehlen die Forscher Ergotherapeuten, Kindern mit Schreibproblemen
mindestens zweimal pro Woche konkrete grafomotorische Übungen anzubieten.
akb
CJOT 2011; 78: 12–25