nach Rückkehr aus dem Einsatz in Afghanistan, der mich mit einigen, auch tropenmedizinischen
Aspekten in diesem heißen, trockenen und harten Land konfrontiert hat, lese ich von
dem unglücklichen US-Soldaten, der zwar den ISAF-Kampfeinsatz heil überstanden hatte,
dann aber 2 Monate nach seiner Heimkehr an Rabies gestorben ist. Was für ein vermeidbarer
und unsinniger Tod 7 Monate nach dem Biss durch einen streunenden Hund im afghanischen
Camp. Entsprechend fällt die Reaktion seiner Familie aus, die mittels Telefon die
Entwicklung des Krankheitsbilds Schritt für Schritt mitverfolgen musste. Ganz offenbar
liegt eine unselige Kombination aus fehlender Präexpositionsprophylaxe und schlampiger
postexpositioneller Impfung vor. Weitere Details sind bisher offiziell nicht mitgeteilt
worden. Die Untersuchung des Streuners habe ein negatives Ergebnis erbracht. Man fragt
sich, wo und wie diese Diagnostik erfolgt ist.
Während meines Einsatzes hatte ich auch Gelegenheit Health Posts in kleineren Dörfern
in den Bergen in der Umgebung von Kunduz zu besuchen. Dort halten einige engagierte
Pflegekräfte und Ärzte eine medizinische Grundversorgung unter schwierigen klimatischen
und infrastrukturellen Bedingungen aufrecht. Die private Hilfsorganisation wird vom
Auswärtigen Amt beziehungsweise dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
finanziert und betreibt auch in der Stadt Taloquan eine funktionierende Einheit für
mangelernährte Kleinkinder sowie eine HNO- und Augenklinik.
Krankheiten aus dem Umfeld der Tropenmedizin erleben wir jedoch auch immer wieder
vor unserer Haustür. In beziehungsweise in der Nähe meines Urlaubsorts in Südwestfrankreich
gab es in den letzten Jahren mehrere Vorfälle: Erst mussten nach dem Auftreten von
Tollwut alle Hunde eines Departments in einer teuren und aufwendigen Aktion geimpft
werden. Dann haben sich 2 Menschen an der Riviera mit Arboviren infiziert. Dieses
Jahr erkrankten mehrere Rinder der Rasse Blondes de Aquitaine an Rindertuberkulose.
Größere Viehherden wurden deshalb notgeschlachtet.
Abb. 1 und 2 Medizinische Versorgung durch engagierte Pflegekräfte und Ärzte in Health Posts in
der Umgebung von Kunduz, Afghanistan.
Abb. 3 Schwierige infrastrukturelle und klimatische Bedingungen für eine Grundversorgung.
Beiträge in FTR und auf www.dtg.org
Wir wollen Sie ermuntern, Ihre Erfahrungen, Anregungen und Aktivitäten auf diesen
Seiten zu veröffentlichen und damit an andere Mitglieder weiterzugeben. Das kann ein
Text oder auch die Abbildung eines interessanten Befunds oder einer typischen Situation
aus den Tropen sein.
Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist der Europäische Kongress in Barcelona bereits vorüber
und wir werden hoffentlich in dem einen oder anderen Beitrag darüber berichten können.
Nicht jeder hat ja die Zeit und Gelegenheit nach Barcelona zu fahren.
Jahreshauptversammlung März 2012
Wir bitten Sie auch um Ihre Vorschläge und Ihre Unterstützung für die Vorbereitungen
unserer Versammlung im März 2012. Die Vorschlagsfrist für Vorstandsmitglieder ist
satzungsgemäß am 1. Oktober abgelaufen. Im Rahmen der Versammlung werden wir jedoch
auch den Preis für Tropenmedizin 2012 an einen jungen Wissenschaftler vergeben. Vorschläge
und Bewerbungen können bis Ende des Jahres eingereicht werden. Alle weiteren Informationen
sind dazu auf der Homepage, http://www.dtg.org/91.html.
Veranstaltung für jüngere Mitglieder
Eine Veranstaltung gerade für die jüngeren Mitglieder der DTG, für Studierende und
alle, die in den Tropen arbeiten und lernen wollen, findet am 12.11.2011 von 10 bis
18 Uhr, Hörsaal im Haus Michael, Mariannhillstr. 1c, 97074 Würzburg, veranstaltet
vom Forum für Internationale Gesundheit, www.foring.org, statt.
Es grüßen Sie herzlich
Prof. Dr. Thomas Löscher und Dr. Hinrich Sudeck
Thomas Löscher, München
Hinrich Sudeck, Hamburg