Der GKV-Spitzenverband und die KBV planen, die Sachkostenpauschale für Dialyse ab
dem 01.04.2013 abzusenken. Dies hat Konsequenzen für nephrologische Pflegekräfte:
Bei einem durchschnittlich niedrigen Personalschlüssel von 1:6 führen Einsparungen
zu noch stärkeren Belastungen und zur Beschäftigung von weniger Fachpersonal, was
die Patientensicherheit gefährdet.
Die Vergütung der Dialyseleistung setzt sich aus den Sachkosten und dem ärztlichen
Honorar zusammen. Über die Sachkosten werden auch die Personalkosten einer Dialyseeinrichtung
vergütet. Nun planen der GKV-Spitzenverband (GKV: Gesetzliche Krankenversicherung)
und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine Absenkung der Sachkostenpauschale
für Dialyse und, dies wurde bisher nicht offiziell bestätigt, eine Erhöhung des Arzthonorars
nach EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab). Die Umsetzung der geplanten Absenkung
ist für den 01.04.2013 geplant, die Höhe ist bisher noch nicht publiziert. Wir wissen
aber, dass beide Maßnahmen zusammen eine deutliche Verringerung der gesamten Einnahmen
einer Dialyseeinrichtung bedeuten.
Absenkung der Sachkostenpauschale betrifft Pflegekräfte
Die Absenkung der Sachkostenpauschale betrifft die Pflegekräfte in den Dialyseeinrichtungen
unmittelbar. Die Aufgabenbereiche der Pflegekräfte in den Dialysezentren haben sich
massiv gewandelt. Der Anteil der älteren, multimorbiden und an Demenz erkrankten Dialysepatienten
nimmt ebenso zu wie der aufwendige Umgang mit multiresistenten Keimen. All diese Faktoren
führen zu einem erhöhten fachpflegerischen Aufwand.
Leider wird in der Sachkostenpauschale nicht unterschieden zwischen Sach- und Dienstleistungen.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Personalschlüssel mit durchschnittlich 1:6 (eine Pflegekraft
betreut 6–10 Dialysepatienten) sehr niedrig im Vergleich zu anderen europäischen Ländern
(z. B. haben die Schweiz und skandinavische Länder einen Schlüssel von 1:4). Einsparungen
im Bereich der Dienstleistungen führen entweder zu noch höheren Behandlungsschlüsseln
oder zum Einsatz von minder- bis nicht qualifiziertem Personal. Die BANP (Bundesarbeitsgemeinschaft
Nephrologische Pflege) bekommt von Pflegenden vertrauliche Überlastungsanzeigen, die
mit solch hohen Behandlungszahlen kurz vor der Überforderung stehen.
Die BANP hat eine Steigerung der Fachquote mit entsprechender Pflegefachweiterbildung
im Bereich der Dialyse eingefordert [
1
]. Mit den oben erwähnten Maßnahmen wird gerade dies ein nicht zu verwirklichendes
Ziel. Bereits heute sind in den Einrichtungen mit niedrigem Personalschlüssel und
geringem Fachpflegeanteil ein spürbarer Rückgang der Behandlungsqualität sowie die
Gefährdung der Patienten nachweisbar.
Sicherheit der Patienten ist gefährdet
Die vom Arzt verordnete Dialysebehandlung wird vom Pflegepersonal verantwortlich durchgeführt.
Eine alleinige Erhöhung der ärztlichen Vergütung mit gleichzeitiger Absenkung der
Sachkostenpauschale steht in deutlichem Widerspruch zur Arbeitsrealität in den Dialyseeinrichtungen,
da sich in der Sachkostenpauschale die Vergütung des Pflegepersonals versteckt. Wir
erkennen die Notwendigkeit von Einsparungen im Bereich der Dialysebehandlung an. Gerne
beteiligen wir uns an Lösungen. Sollten jedoch die von uns befürchteten Einsparungen
realisiert werden, so betrifft dies in erster Linie die Sicherheit der Patienten bei
der Behandlung und zum Zweiten die Berufsgruppe, die für das hohe Maß an Qualität
in Dialyseeinrichtungen sorgt. Wir bitten Sie, unsere Bedenken in Ihren Gremien zu
diskutieren und würden uns über eine Stellungnahme freuen.
Marion Bundschu, Ulm; Thomas Fernsebner, Frankfurt
Bundesarbeitsgemeinschaft Nephrologische Pflege
Arbeitsgemeinschaft der AfnP e.V. und des fnb e.V.
E-Mail: info@banp.de, Internet: www.banp.de
Vertretungsberechtigter Vorstand:
-
Marion Bundschu
-
Thomas Fernsebener
-
Kerstin Gerpheide
-
Hans-Martin Schröder
Nephro Fachtagung Ulm 2013
Termin:
Freitag, 22. und Samstag, 23.03.2013 (ganztägig 09:00 bis ca. 16:30 Uhr)
Veranstaltungsort:
MARITIM-Hotel und Congress Centrum Ulm, Basteistr. 40, 89073 Ulm, Tel.: 0731/923-0,
E-Mail: info.ulm@maritim.de, Internet: www.maritim.de
Kosten und Anmeldung:
Teilnahmegebühr: 70 Euro für beide Tage, Tageskarte 40 Euro, Barzahlung vor Ort (keine
Kreditkarten). Der AfnP-Bildungsgutschein 2013 kann angerechnet werden. Eine Anmeldung
für Teilnehmer ist nicht notwendig.
Info und Tagungsbüro:
Nephro Fachtagung Ulm, Käppelesweg 8, 89129 Langenau Tel.: 07345-22933, E-Mail: info@nephro-ulm.de, Internet: www.nephro-ulm.de