Unter dem Motto: „Interdisziplinäre synoptische Behandlung des PARO-Patienten“ lud
die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V. (DG PARO) zur diesjährigen Jahrestagung
Ende September nach Münster ein. Mehr als 1000 parodontologisch interessierte Teilnehmer
blickten gemeinsam mit einem internationalen Referententeam über die Grenzen des eigenen
Fachs hinaus und diskutierten über ganzheitliche Behandlungskonzepte und neue Therapieoptionen.
Im Rahmen des von CP GABA unterstützten Symposium zum aktuellen Stand zu Wechselbeziehungen
zwischen Mund- und Allgemeingesundheit hielt Prof. Dr. Thomas Kocher, Universität
Greifswald, und Mitglied der Konsensusgruppe Parodontitis und Diabetes einen engagierten
Vortrag zum Thema. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch die korrespondierende Sicht
des Diabetologen PD Dr. med. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf.
Spannend waren auch die von Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger, Universität Freiburg, aufgezeigten
Zusammenhänge zwischen Parodontalbehandlung und Schwangerschaft. Unter Vorsitz des
Präsidenten der DG PARO, Prof. Dr. Peter Eickholz, Universität Frankfurt am Main,
war so ein interdisziplinärer Bogen über die Zusammenhänge „Parodontitis und Allgemeinerkrankungen“
gespannt. Auch die Wissenschaftsförderung erhielt ihren Rahmen: mit der Übergabe des
von CP GABA unterstützten DG PARO meridol-Preises und der Forschungsförderung 2014
wurden exzellente Forschungsprojekte ausgezeichnet.
Verleihung des von CP GABA unterstützten DG PARO meridol-Preises.
Im Nachgang der Veranstaltung luden die DG PARO und CP GABA die Fachpresse zu einem
exklusiven Pressegespräch ein. In den kurzen Impulsbeiträgen wurden die Kernpunkte
des Symposions noch einmal zusammengefasst. Prof. Dr. Kocher erklärte den positiven
Einfluss einer Parodontalbehandlung auf den Glykohämoglobin-Wert HbA1c, der eine Auskunft
über die Blutzuckerwerte der letzten 4–12 Wochen gibt.
Frau Prof. Ratka-Krüger überraschte mit der provokanten Frage „Schwanger durch Parodontalbehandlung?“.
Sie konnte anhand einzelner Studien zeigen, dass parodontal erkrankte Patientinnen
länger Zeit brauchten, um schwanger zu werden. Auch Männer sollten sich vor der Familienplanung
auf parodontale Geschehnisse untersuchen lassen. Eine systemische Entzündung, hervorgerufen
durch eine Parodontitis, konnte mit einer erektilen Dysfunktion in Verbindung gebracht
werden. Welche Empfehlungen ergeben sich nun daraus für die Praxis? Ein parodontaler
Screening-Index ist vor einer geplanten Schwangerschaft und in den ersten Schwangerschaftsmonaten
zu empfehlen. PZR kann auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Liegt
eine Parodontitis vor, ist eine nicht chirurgische PA-Behandlung im 2. Trimenon möglich.
Nachgehakt: Journalisten im Gespräch mit den Wissenschaftlern.
Gi / ZWR