Für die Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) werden langwirksame
β-Agonisten (LABA) und Anticholinergika (LAA) empfohlen. Gershon et al. analysierten
nun das assoziierte kardiovaskuläre Risiko in Abhängigkeit von der Substanzklasse.
JAMA Intern Med 2013; 173: 1175–1184
Die Informationen für die Beobachtungsstudie mit eingebetteter Fallkontrollstudie
stammten aus Datenbanken für das Gesundheitswesen in Ontario, Kanada. Für die Studie
wurden Daten von 191 005 Patienten ≥66 Jahre verwendet, die wegen einer COPD in Behandlung
waren. Primäre Endpunkte waren ein Besuch der Notaufnahme oder eine Hospitalisierung
wegen eines kardiovaskulären Ereignisses. Der primäre Endpunkt trat bei 53 532 Patienten
auf. Eine Neueinnahme von LABA oder LAA war im Vergleich zu keiner Einnahme mit einem
höheren Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis assoziiert (LABA: adjustierte Odds
Ratio [aOR] 1,31; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,12–1,52; p<0,01; LAA: aOR 1,14; 95%-KI
1,01–1,28; p=0,03). Ein signifikanter Unterschied zwischen den Medikationen bestand
nicht (LABA vs. LAA: aOR 1,15; 95%-KI 0,95–1,38; p=0,16). Kardiovaskuläre Ereignisse
traten am häufigsten in den ersten 2–3 Behandlungswochen auf. Die Subanalyse zum Auftreten
der Einzelereignisse ergab eine Häufigkeitssteigerung für ein akutes Koronarsyndrom
und Herzinsuffizienz bei Medikamenteneinnahme, aber nicht für Rhythmusstörungen oder
Schlaganfälle.
Eine neu angesetzte Behandlung mit langwirksamen β-Agonisten und Anticholinergika
war mit einem gesteigerten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse assoziert. Ein Unterschied
zwischen den Substanzklassen bestand nicht. Dies verdeutliche die Notwendigkeit eines
engmaschigen Monitorings aller Patienten, so die Autoren.