Löser C, Plewig G, Burgdorf WHC.
Pantheon of Dermatology – Outstanding Historical Figures.
Heidelberg: Springer; 2013.
ISBN: 978-3-642-33223-4 1280 S., 2277 Abb., 149,99 €
Buchbesprechung
Dem 2008 erstmalig in deutscher Sprache erschienenen Buch folgte die englischsprachige
Ausgabe, übersetzt durch den 3. Herausgeber, Herrn Burgdorf. Es finden sich historische
Biografien zu herausragenden Persönlichkeiten der Dermatologie. Das voluminöse Werk
mit nun 209 statt bisher 201 Kapiteln ehrt in den neu ergänzten Kapiteln die mittlerweile
verstorbenen dermatologischen Persönlichkeiten wie A. W. Kligman, W. B. Shelley und
D. Wilkinson, B. Ackerman u. a. Das Buch zeigt damit auch die Entwicklung der Dermatologie
aus der Anatomie, Inneren Medizin und Chirurgie heraus, gestützt durch die Naturwissenschaften.
Die Herausgeber des gewichtigen Bandes lassen die Geschichte der Dermatologie mit
Hilfe von 200 Autoren komprimieren. Das Buch steht einerseits in der Tradition der
Kongresspublikationen der „Münchener Woche“ und wurde andererseits von der „Arbeitsgemeinschaft
für Geschichte der Dermatologie und Venerologie“ mitgestaltet.
Auf den 1280 Seiten stehen die Dermatologie und deren Prägung durch Persönlichkeiten
aus dem deutschsprachigen Raum im Zentrum, dazu kommen aber Beiträge verdienstvoller
Kollegen aus der ganzen dermatologischen Welt. Die Darstellung der einzelnen Persönlichkeiten
durch die geladenen Autoren ist einheitlich auf 3 – 4 Seiten komprimiert. Ein individuelles
Kapitel beginnt mit einem charakteristischen Statement, z. B. bei Jean Civatte, dem
Gründer des histologischen Museums am Hôpital Saint Louis, mit „L’examen du malade
commence au pied de son lit et s’achève au laboratoire“. Einheitlich finden sich Portraitfotos,
eine Tabelle mit wichtigen Lebensdaten, in einem Merkkasten eine Erläuterung zu den
Krankheitsbildern oder dermatologischen Phänomenen mit dem entsprechenden Eigennamen,
klinische Bilder, Fotografien von Moulagen oder Auszüge aus Buchbeiträgen. Viele neue
Abbildungen konnten zusammengetragen und ergänzt werden. Eine gekürzte Publikationsliste
und Quellennachweise sind jedem Kapitel angegliedert. Das Nachschlagen ist einfach:
Entweder man verwendet das Sachverzeichnis, das Namensverzeichnis oder das Autorenverzeichnis.
Sie finden die Historie unserer dermatologischen Geheimsprache, die durch Termini
wie Wickham-Zeichnung und Auspitz-Phänomen gekennzeichnet ist. Sie ist im ersten Jahr
der Assistentenausbildung Dermatologie bereits geübt, lässt aber Fragezeichen auf
der Stirn der Nichtdermatologen entstehen.
Die Biografien spiegeln Versagen und Erfolg, Rückschläge und Wiederaufbau wider, also
das Spektrum eines Lebens/Berufslebens, das macht Mut. Das Buch ist in Text und Abbildungen
hervorragend gestaltet und bietet trotz der vielen Autoren ein einheitliches Bild.
Es ist ein Vergnügen, in dem Werk zu lesen, zu blättern und nachzuschlagen. Ein Werk,
das in dieser Synopsis durch keine Internetrecherche ersetzt werden kann – man muss
es vor sich haben, um darin blättern zu können. Ich empfehle es als Geschenk für jeden
Dermatologen nach der (bestandenen) Facharztprüfung und auch jedem Dermatologen in
Klinik, Forschung und Praxis, der Interesse an den historischen Wurzeln der Dermatologie
hat, und freue mich, dass es nun in der englischen Sprache unseren internationalen
Kollegen zum Vergnügen werden wird.
Christiane Bayerl, Wiesbaden