Pneumologie 2015; 69(07): 386
DOI: 10.1055/s-0035-1558679
Pneumo-Fokus
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Exazerbierte COPD (I) – Statine sind mit niedrigem Exazerbationsrisiko assoziiert

Rezensent(en):
Elke Ruchalla

Thorax 2015;
70: 33-40
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
14. Juli 2015 (online)

 

    Statine beeinflussen nicht nur die Serum-Cholesterin-konzentrationen positiv, ihnen wird auch eine Reihe antiinflammatorischer Wirkungen zugeschrieben. Ob auch Patienten mit COPD von Statinen profitieren können, war bislang unklar. Ein dänisches Team hat nun die Daten einer großangelegten Populationsstudie ausgewertet.
    Thorax 2015; 70: 33–40

    Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 5794 Teilnehmern der Copenhagen General Population Study, die über 40 Jahre alt waren und bei denen eine COPD gesichert war. Über eine Beobachtungszeit von 3 Jahren dokumentierten die Autoren zunächst die Häufigkeit von Exazerbationen, hier definiert als eine Klinikaufnahme oder Gabe oraler Kortikosteroide.

    Anschließend wurde in einer Fall-Kontroll-Studie beurteilt, ob Patienten mit Exazerbationen genauso oft Statine einnahmen wie Patienten ohne Exazerbationen. Die Gruppen von Fällen (Exazerbationen; n = 530) und Kontrollen (keine Exazerbation; n = 1016) waren dabei im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Schweregrad der COPD und Begleiterkrankungen vergleichbar.

    Bei COPD-Patienten, die Statine einnahmen, war das Risiko für eine Exazerbation um etwa ein Drittel vermindert. Das galt auch nach Adjustierung für mehrere Störfaktoren, wie z. B. allgemein gesundheitsbewusstes Verhalten und sonstige COPDMedikation (Odds Ratio [OR] 0,67). Bei Patienten mit schwerster COPD und ohne kardiovaskuläre Begleiterkrankungen (89 Fälle, 168 Kontrollen), verschwand dieser Effekt (OR 1,1).

    Fazit

    Die Einnahme von Statinen geht bei COPD mit selteneren Exazerbationen einher, aber nicht bei Patienten mit schwerster COPD und ohne gleichzeitige kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine Erklärungsmöglichkeit hierfür, so die Autoren, sei das Zusammenwirken pulmonaler und kardiovaskulärer Entzündungen. Wenn diese fehlen, könnten Statine auch nicht davor schützen. Aus diesen Beobachtungen möchten die Autoren aber keine kausalen Zusammenhänge herleiten.


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