Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604600
Symposien
S-26 Beratung und Therapie von Kokain- und Amphetaminabhängigen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lernprozesse in der Anpassung der Drogentherapie an die Bedürfnisse unterschiedlicher Patientengruppen mit Amphetamin- und Kokainabhängigkeit

H Eckert
1  KOKON Zentrum für ambulante Drogentherapie
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Publication History

Publication Date:
08 August 2017 (online)

 
 

    Seit 1987 arbeitet KOKON als Fachambulanz für Abhängigkeitserkrankungen in Berlin und hat sich seit den 1990er Jahren fachlich spezialisiert auf die Zielgruppe der Amphetamin- und Kokainabhängigen. In den untersuchten vergangenen fünf Jahren nutzten 220 Personen im Mittel pro Jahr die offene Sprechstunde bei KOKON und berichteten in über 90% der Fälle von einem behandlungsrelevanten Problem mit stimulierenden Drogen, insbesondere Kokain, eine zunehmende Zahl (2016: 15%) mit Stimulantien. Etwa 180 Personen werden bei KOKON pro Jahr diagnostiziert und zu einer ambulanten oder stationären medizinischen Rehabilitation indiziert. Im Mittelwert werden jährlich 100 Überleitungen in ambulante medizinische Rehabilitation Sucht in das Therapieprogramm von KOKON vorgenommen. Diese Personen erreichen eine mehrwöchige Abstinenz von Drogen und Alkohol. Im Mittel 50 Patientinnen und Patienten pro Jahr erreichen bei KOKON dauerhafte Abstinenz und ein erfolgreiches Therapieende, in der Regel nach einer Therapiedauer von 14 Monaten. Im Vortrag wird berichtet über die entwickelten Therapiekonzepte und Interventionen im Rahmen der Beratung und medizinischen Rehabilitation. Eine Reihe von Interventionen unterschiedlicher therapeutischer Ansätze hat sich dabei besonders bewährt. Für die Bedürfnisse von speziellen Untergruppen von Patientinnen und Patienten innerhalb dieser Patientengruppe mit F 14, F15 und F19 Diagnosen wurden Interventionen und Trainings entwickelt. Im Einzelnen sind dies: Angepasste Skillstrainings auf der Basis von DBT und ACT, Interventionen zur Verstärkung von Selbstkontrolle, Psychoedukation und ihre Verknüpfung mit Selbstmonitoring und Selbstverstärkung. Als besonders effektiv für die Aufrechterhaltung der Therapie hat sich die Kombination der individuellen Entwicklung von Cravingkontrolle und Notfallstrategien mit durchgehenden Drogenscreenings erwiesen.


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