Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604608
Symposien
S-28 Symposium der Nachwuchsgruppe der DG-Sucht
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Implizite Assoziationen bei pathologischem Kaufen

B Vogel
1  Medizinische Hochschule Hannover
,
G Schäfer
1  Medizinische Hochschule Hannover
,
P Trotzke
2  Allgemeine Psychologie: Kognition, Universität Duisburg-Essen
,
S Löber
3  Department für Klinische Psychologie, Universität Bamberg
,
M de Zwaan
1  Medizinische Hochschule Hannover
,
A Müller
1  Medizinische Hochschule Hannover
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
08 August 2017 (online)

 
 

    Einleitung:

    Cue-Reactivity und implizite Assoziationen gelten als relevant für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von substanzgebundenen Abhängigkeiten. Während Cue-Reactivity in Bezug auf Kaufstimuli bei pathologischem Kaufen bereits in wenigen Studien nachgewiesen wurde, gibt es bislang keine Studien zu impliziten Assoziationen. Daher ist das Ziel der Studie, die Befunde zu Cue-Reactivity zu replizieren und implizite Assoziationen zu semi-individualisierten kaufspezifischen Bildreizen bei Patient/innen mit pathologischem Kaufen zu untersuchen.

    Methodik:

    Es werden ein Cue-Reactivity Paradigma sowie ein modifizierter Impliziter Assoziationstest (IAT) mit kaufspezifischen Reizen bei 35 Patient/innen mit pathologischem Kaufen (PK) und einer gesunden Kontrollgruppe (KG) durchgeführt.

    Ergebnisse:

    Aktuell liegen Daten von 28 Patient/innen (Alter M = 44,04 ± 10,57; 68% weiblich) und 25 Kontrollpersonen (Alter M = 44,20 ± 11,04; 76% weiblich) vor. Bezüglich Cue-Reactivity unterschieden sich beide Gruppen in Arousal (Mpk = 2,65 ± 0,85 vs. MKG = 1,90 ± 0,63; t(55)= 3,77; p < 0,001), Valence (Mpk = 2,66 ± 0,86 vs. MKG = 2,10 ± 0,64; t(55)= 2,81; p = 0,007) und Kaufverlangen (Mpk = 2,64 ± 0,91 vs. MKG = 1,70 ± 0,57; t(55)= 4,67; p < 0,001). Die PK-Gruppe zeigte eine tendenzielle Zunahme im subjektiven Craving vor vs. nach Stimuluspräsentation, wobei der ZeitxGruppe-Effekt nicht signifikant war (F(1, 56)= 2,88; p = 0,095, Wilk's λ= 0,95; η2 p = 0,049). Im IAT wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden (D2SD: MPK = 0,17 ± 0,50 vs. MKG = 0,03 ± 0,37; t(51)= 1,23; p = 0,226; d = 0,32).

    Schlussfolgerung:

    Die Ergebnisse früherer Studien hinsichtlich Cue-Reactivity konnten repliziert werden. Die als vorläufig zu betrachtenden Ergebnisse lassen vermuten, dass im bipolaren IAT in der PK-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe kein eindeutig positiver oder negativer Bias in Bezug auf Kaufstimuli zu finden. Mögliche Implikationen für zukünftige Studien sind die Verwendung eines unipolaren IATs und Word Cues.


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