Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604635
Symposien
S-35 20 Jahre „Be Smart – Don't Start“ in Deutschland: Eine schulbasierte Maßnahme zur Förderung des Nichtrauchens
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

„Be Smart – Don't Start“: Ergebnisse zur Evaluation eines Wettbewerbs für rauchfreie Schulklassen

B Isensee
1  Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord gGmbH
,
R Hanewinkel
1  Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord gGmbH
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Publication History

Publication Date:
08 August 2017 (online)

 
 

    Einleitung:

    Seit 1989 wird in Finnland und seit 1997 in Deutschland und weiteren europäischen Staaten ein Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen angeboten. Kernelement dieser Maßnahme ist die Selbstverpflichtung der Klasse mittels Contract Managements, ein halbes Jahr eine rauchfreie Klasse zu sein. Die Rauchfreiheit wird regelmäßig dokumentiert und unter erfolgreichen Klassen werden nach Ende des Wettbewerbs Preise verlost. In Deutschland ist dieser Wettbewerb unter dem Titel „Be Smart – Don't Start“ in den letzten 20 Jahren zur wohl größten Maßnahme zur schulischen Tabakprävention geworden.

    Methodik:

    Literaturübersicht zu kontrollierten Evaluationsstudien des Ansatzes von „Be Smart – Don't Start“ bzw. eines Einsatzes von Incentives zur Förderung des Nichtrauchens und zur Primärprävention des Rauchens.

    Ergebnisse:

    Es wurden fünf kontrollierte Studien zum originären Ansatz von „Be Smart – Don't Start“ (Selbstverpflichtung der Klasse und Verstärkung über Preise) identifiziert und drei weitere zu verwandten Maßnahmen. Zudem liegen eine Cochrane-Übersicht sowie eine Metaanalyse vor. Die Ergebnisse der Primärstudien und Übersichtsarbeiten sind – bei unterschiedlicher Operationalisierung und Definition des Outcomes sowie unterschiedlicher Katamneselänge – uneinheitlich und reichen von Effekten auf den Einstieg und das aktuelle Rauchen über eine Beeinflussung der Progression bis zu fehlenden Auswirkungen der Maßnahmen.

    Schlussfolgerung:

    Gemäß der bisherigen Evidenz sind von der niederschwelligen Maßnahme eines Wettbewerbs für Schulklassen umgrenzte kurzfristige Effekte primär auf die Progression des Rauchens zu erwarten.


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