Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604673
Poster
P4: Postersession „Behandlung: Konzepte und Messverfahren”
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zentrales Bettenbelegungsmanagement zur Erreichung operativer Exzellenz

V Stockfisch
1  Fachklinik Klosterwald gemeinnützige GmbH
,
C Kern
1  Fachklinik Klosterwald gemeinnützige GmbH
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Publication History

Publication Date:
08 August 2017 (online)

 
 

    In den vergangenen Jahren gewann das Zentrale Belegungsmanagement (ZBM) immer stärker an Bedeutung in Kliniken. Die Kernaufgaben des ZBM sind Koordination, Planung, Terminierung und Schnittstellenmanagement. Zur Erreichung einer hohen Wertschöpfung sind die Hauptziele des ZBM hohe Kapazitätsauslastung, geringer Aufwand bei der Bettenvergabe und die Vermeidung von Absagen bzw. Abmeldungen. Ein weiteres Ziel des organisierten ZBM ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen den einzelnen Berufsgruppen zur Gewährleistung einer idealen Patientenbetreuung von Beginn an. Dies erfordert ein intelligentes Schnittstellenmanagement nach festen Regeln über intensive Nutzung des EDV-Systems. Ein effizientes ZBM versteht sich demnach nicht nur als Verweildauer-, sondern auch als Schnittstellenmanagement. Im Spannungsfeld stehen divergierende Interessen sämtlicher Prozesseigner, wirtschaftlicher Druck und ethische Werte. Neben der Darstellung eines ZBM in Akuthäusern mit Verweildauersteuerung ist das Ziel dieses Beitrages aufzuzeigen, warum auch Suchtrehabilitationen mit einer tagessatzpauschalisierten Finanzierung von einem ZBM profitieren können und wie hohe Wertschöpfung durch Planung und Steuerung über eine effiziente Prozesslandschaft (Aufnahme- und Entlassmanagement, Case Management, Zuweisermanagement) zu erreichen ist. Eine mittel- bis langfristige Kapazitätenplanung kann nur über die Kommunikation und Organisation mit Patienten, Zuweisern/Betreuern, Klinikpersonal erfolgen, d.h. eine strukturelle und prozessuale Integration sämtlicher Prozesseigner in den durch das ZBM getriggerten Aufnahmeprozess stellt eine Chance zur effektiven und qualitativen Patientenversorgung dar. Das ZBM der Fachklinik Klosterwald gGmbH hat somit als Hauptschnittstelle externe Dritte sowie das Case Management (Aufnahmemanagement, Sozialdienst, Entlassungsmanagement) und sichert die Entlastung des gesamten Personals, erhöht die Patientenzufriedenheit und sorgt für Planbarkeit. Im Ergebnis werden folgende interne und externe Vorteile für eine Suchtrehabilitationsklinik mit 112 Betten aufgezeigt: a) Optimierte Planbarkeit und verlässliche Auslastung, b) Vermeidung von Über- und Unterbelegung, c) Vernetzung vor- und nachgelagerter Prozesse, d) Effizienter Personaleinsatz, e) Erhöhung der Patientenzufriedenheit, f) Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit, g) Imagegewinn durch gezieltes Zuweisermarketing.


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