Fragestellung:
Die Periduralanästhesie (PDA) ist eine weit verbreitete Maßnahme zur Schmerzlinderung
während der Geburt. Sie wird als wirksamste und effektivste Möglichkeit zur Schmerzlinderung
beschrieben. In der Geburtshilfe wird sie mit einer Inzidenz von 70% – 90% zur Schmerzlinderung
eingesetzt. Dabei bedingen die Medikamente sowie deren Dosierung die Art der PDA.
Im Jahre 2009 wurde die PDA im Florence-Nightingale-Krankenhaus, Düsseldorf, mittels
Perfusor gesteuert. Die Zusammensetzung bestand aus Ropivacain 0,2% und Sufentanil
0,4mcg/ml mit einer Laufrate von 4 ml/h. Seit 2016 wird die Walking-PDA eingesetzt.
Hierfür werden PCA-Pumpen mit Ropivacain 0,133% sowie Sufentanil 0,4mcg/ml befüllt.
Die Pumpenprogrammierung beinhaltet eine kontinuierliche Laufrate von 4 ml/h sowie
einem Patientengesteuerten Bolus von 4 ml/h mit einer Sperrzeit von 20 Min..
In der Literatur wird der Periduralanästhesie eine prolongierende Auswirkung sowohl
auf die Eröffnungs- als auch die Austreibungsphase zugeschrieben. Hieraus entwickelte
sich die Frage, ob der Einsatz der Walking-PDA einen zu bewertenden Vorteil ausmacht.
Hypothese:
Die Walking-PDA zeigt gegenüber der per Perfusor gesteuerten PDA positive Effekte
in Bezug auf die Geburtsdauer ab Periduralkatheter-Anlage.
Methodik:
Quantitatives Forschungsdesign. Datenermittlung: Anonymisierte Auswertung der digitalisierten
Archivakten in Bezug auf die Einschlusskriterien; Gegenüberstellung der Stichproben
aus den Geburtenjahren 2009 zu 2016. Stichprobe: n = 42. Einschlusskriterien: Erstgebärende;
mit spontanem Geburtsbeginn ohne Einleitung; ab 37+0 Schwangerschaftswochen (SSW);
PDK-Anlage bei MM 4 cm.
Ergebnis:
Die ausgewerteten Daten zeigen, dass die definierte Geburtsphase in der Gruppe der
Gebärenden mit Walking-PDA um 116,09 Min. gegenüber der Kontrollgruppe mit der per
Perfusor gesteuerten PDA verkürzt ist.
Schlussfolgerung:
Die durchgeführte Auswertung zeigt in Hinblick auf die aufgestellte Hypothese eine
Richtung zugunsten der Walking-PDA auf. Um eine aussagekräftigere Evaluation der klinikinternen
Zahlen darstellen zu können, ist es wünschenswert, die Stichprobe auf das jeweils
gesamte Geburtenjahr auszuweiten.