Hintergrund:
Im Rahmen des, durch den Innovationsfonds geförderten, Projekts „Evaluation der Wirksamkeit
von SAPV in Nordrhein“ wird die Einstellung von palliativmedizinischen Experten bezüglich
der ambulanten Palliativversorgung (SAPV und AAPV) erhoben. Der Fokus liegt hierbei
auf der Rolle der niedergelassenen Hausärzten und Onkologen in der palliativmedizinischen
Versorgung.
Methode:
Die Daten wurden in Form von leitfadengestützten Experteninterviews mit drei Experten
der Palliativversorgung erhoben. Anschließend wurde eine online-basierte Delphi-Befragung
durchgeführt und inhaltsanalytisch ausgewertet.
Die Experten ziehen ein positives Fazit bezüglich der Umsetzung der SAPV, aber es
zeigen sich auch Verbesserungsbedarfe. Es besteht Einigkeit, dass die weichen Kriterien
der SAPV-Richtlinie des G-BA die SAPV in ihrer Umsetzung fördert. Patienten erhalten
jedoch oft sehr spät Zugang zur SAPV. Erschwerter Zugang besteht besonders für Menschen
mit Demenz. Ein Teil der Experten befürwortet die Verordnung der SAPV durch einen
Palliativmediziner. Demgegenüber wird diskutiert, dass dadurch die Kooperation zwischen
SAPV-Team und Hausarzt gefährdet werde. Nach Ansicht der Experten spielen niedergelassene
Hausärzte und Onkologen in der SAPV eine zentrale Rolle, sind aber in der Versorgung
von Patienten mit einer komplexen Symptomatik zum Teil überfordert, tun sich aber
gleichzeitig schwer den Patienten in die SAPV zu überweisen.
Ergebnisse/Diskussion:
Die SAPV in Nordrhein wird aus Expertensicht als gutes, praktikables Konzept gewertet.
Die Wichtigkeit der Hausarztrolle wird betont. Gleichzeitig sehen die Experten Unsicherheiten
unter den Hausärzten und Onkologen, die es abzubauen gilt. Die Befragten plädieren
für eine frühe Integration der SAPV in die ambulante Patientenversorgung.