Ziel/Aim:
PET-MRT ist eine quantitative Hybridbildgebungsmodalität, häufig genutzt bei klinischen
Fragestellungen in der Onkologie und Neurologie. Wichtig für die Quantifizierung der
PET-Daten ist deren MRT-basierte Schwächungskorrektur (MR-AC). Um die quantitative
Validität des Gesamtsystems inkl. MR-AC reproduzierbar validieren zu können, fehlt
derzeit ein geeignetes Phantom. Ziel dieser Arbeit ist ein solches Phantom herzustellen
und zu testen.
Methodik/Methods:
Verschiedene Materialien wurden hinsichtlich ihrer Schwächungs- und MR-Eigenschaften
untersucht. Zur Substitution von Knochen diente Gips, der vor jeder Messung min. 2h
in Wasser lagerte. Die Schwächung gegenüber 511keV Gammastrahlung wurde durch Zugabe
von Jod reguliert. Fettgewebe wurde mit Silikon und Hirn mit Agar-Agar-Gel nachgestellt.
Die Praktikabilität bzgl. des Vergleichs von MR-ACs wurde wie folgt überprüft: Ein
im Phantom eingebrachter Kolben (Kunststoff; 80 ml) und ein Kugelphantom (Kunststoff;
Durchmesser 160 mm, Wandstärken 1 mm) wurden mit der gleichen Aktivitätskonzentration
(AK; ca. 50 kBq/ml; F-18-FDG) befüllt. Die AK wurde mit klinischen Protokollen am
PET-MRT, mit vers. MR-ACs (DIXON, UTE, RESOLUTE, GRAPPA, CAIPI, Brain HiRes, Pseudo
CT), und am PET-CT jeweils in beiden Gefäßen bestimmt und verglichen.
Ergebnisse/Results:
Die mit PET-MRT inkl. MR-AC bestimmten AK im Hirnphantom zeigten im Mittel eine Abweichung
(Abw.) von ca. 5% und eine max. Abw. von 11% im Vergleich zum Kugelphantom. Beim PET-CT
betrug die Abw. 5%.
Schlussfolgerungen/Conclusions:
Das Phantom repräsentiert den menschlichen Schädel bzgl. der Schwächungs- und MR-Eigenschaften
hinreichend vollständig. Alle Gewebearten inkl. Knochen werden als solche detektiert
sodass der phantombasierte Vergleich der Quantifizierungsgenauigkeit der PET-MRT möglich
ist. Mit dem Phantom ist ein systemübergreifender Vergleich der Quantifizierungsperformance
verschiedener PET/MRT-Systeme inkl. MR-AC im Sinne einer Harmonisierung zunächst für
die Hirnbildgebung potentiell möglich.