Krebs der Kopf-Hals-Region zeigt bemerkenswerte Heterogenität in den Inzidenzraten
in Kaukasiern und Asiatischen Populationen, und nahezu reziproke Assoziation von Nasopharynx
Karzinomen (NPC) und Plattenepithelkarzinomen (HNSCC) in Chinesen und Deutschen. Gründe
für diese Differenzen sind nicht bekannt, könnten aber assoziiert sein mit differenten
Verteilungen von Humanen Leukozyten Antigenen (HLA) und Haplotypen und deren Verbindung
mit verminderter oder erhöhter Immune Surveillance (IS). Da effektive IS und Deletion
neoplastischer Zellen durch zytotoxische T-Zellen (CTL) von der Präsentation von Peptiden
Tumor-assoziierter Antigene (TAA; Peptiden überexprimierter Proteine, Proteinen onkogener
Viren oder Neoantigenen) abhängt, mag das differente HLA-Spektrum die effektive Präsentation
von TAA-Peptiden an CTL beeinflussen. Neben differenten Lebensstil-assoziierten Risiken
könnten Infektionen mit onkogenen Viren (Epstein-Barr-Virus, EBV, und humanem Papillomvirus,
HPV), die in der chinesischen und der deutschen Bevölkerungen weit verbreitet sind,
eine Rolle spielen. Da wir nicht wissen, ob die Entwicklung von NPC ebenfalls mit
HLA assoziiert ist und HLA verantwortlich für die Reziprozität von NPC und HNSCC in
Deutschen und Chinesen ist, zielen wir auf die Erfassung genetischer Differenzen z.B.
in HLA und IS-assoziierten Genen, um das Verständnis der an der Entstehung von NPC
und HNSCC beteiligten Mechanismen zu fördern. Schlüssel zum Erfolg in diesem Sinne
können die folgenden Vergleiche sein I) HLA-Frequenzen, II) HLA-Haplotypen, III) beider
Assoziation mit NPC und HNSCC, IV) Auswirkung von HLA auf PFS in NPC und HNSCC.