Einleitung:
Das Prostatakarzinom (PK) ist das häufigste Karzinom bei Männern. In der Regel metastasiert
das PK lymphogen und hämatogen. Eine laryngeale Metastasierung ist eine Seltenheit.
Wir berichten über einen Patienten bei dem das Erstsymptom eines ossär und lymphogen
metastasierten PK Dysphonie war.
Fallvorstellung:
Ein 78-jähriger Patient stellte sich mit seit Monaten bestehender Heiserkeit vor.
Laryngoskopisch wurde der V.a. eine chronische Laryngitis mit funktioneller Komponente
gestellt. Zur Diagnosesicherung erfolgte eine Mikrolaryngoskopie (MLS) mit Biopsien.
Histologisch ergab sich plattenepitheliale Schleimhaut ohne Anhalt für Malignität.
Die Heiserkeit blieb 6 Monate später unter einer logopädischen Therapie unverändert.
Postoperativ war laryngoskopisch eine zunehmende Schwellung der Taschenfalten, Stimmlippen
und subglottisch zu sehen, sodass wir eine erneute MLS indizierten. Tiefe Proben im
Bereich der Taschenfalten ergaben histologisch einen epithelialen Tumor, der a.e.
einer Metastase eines PK entspricht. In der weiterführenden Diagnostik ergab sich
ein PSA Wert von 1975 µg/l und im CT eine vergrößerte, inhomogene Prostata, multiple
malignomsuspekte Lymphknoten retroperitoneal, iliakal als auch knöcherne Rundherde.
Nach Vorstellung im Tumorboard der Urologen wurde eine Androgentherapie (AT) und Chemotherapie
in die Wege geleitet. Bereits unter der AT kam es zu einer Besserung der Schwellung
und der Dysphonie.
Schlussfolgerung:
Bei persistierender Auffälligkeit der laryngealen Schleimhaut und Dysphonie, ist eine
Mikrolaryngoskopie zur histologischen Sicherung mit tiefen Gewebeproben und regelmäßige
laryngoskopische Kontrollen indiziert. Die Differenzialdiagnosen sollten auch seltene
Erkrankungen wie eine larngeale Metastasierung eines PK umfassen.