Zielsetzung Die Wandschubspannung (WSS) ist ein wissenschaftlich etablierter Parameter zur Messung
der kinetischen Energie am Gefäßwandendothel Pathologische Veränderungen sind mit
Atherosklerose und Entstehung von Aneurysmata assoziiert. Es war das Ziel, die Reproduzierbarkeit
der WSS-Messung an MRT Scannern unterschiedlicher Hersteller, im zirkadianen Verlauf
und mit verschiedenen Beschleunigungstechniken zu untersuchen.
Material und Methoden 8 gesunde Probanden (25±3 Jahre, 5♀) wurden mittels einer 4D Fluss Sequenz mit abgestimmten
Scanparametern in zufälliger Reihenfolge an 3T MR-Scannern Ingenia (Philips, MR1)
und Magnetom Skyra (Siemens, MR2) abends in direkter Folge untersucht. Je Scanner
erfolgte eine Messung mit paralleler Bildgebung (SENSE, GRAPPA, Beschleunigungsfaktor
BF 3), eine zweite mit Compressed Sensing (CS, BF 7). 12 Stunden nach der 2. Messung
wurden alle Messungen wiederholt, um auf zirkadiane Unterschiede zu testen. Die gemittelte
WSS (WSSmean) und der WSS-Gradient (WSSgrad) wurden in 7 Konturen, welche an reproduzierbaren
Landmarken platziert wurden, mit GTFlow (Gyrotools) bestimmt. Die statistische Auswertung
erfolgte mittels Bland-Altman-Analyse und Angabe des relativen Fehlers als Mittelwert
± Standardabweichung [%].
Ergebnisse Messungen an MR1 ergaben verglichen mit MR2 um 16±30% höhere Werte für WSSmean und
18±53% höhere Werte für WSSgrad. Die zirkadiane Analyse zeigte für WSSmean 16±30%
und für WSSgrad 45±79% größere Werte abends. Die Verwendung von CS unterschätzte WSSmean
um 3±20% (MR1) bzw. 12±16% (MR 2) und WSSgrad um 2±33% (MR1) bzw. 3±39% (MR 2).
Schlußfolgerungen Unsere Crossover-Studie zeigt, dass WSS-Messungen zwischen Scannern, Tageszeiten
und Beschleunigungstechniken deutlich variieren. Die Daten belegen die Notwendigkeit,
für Verlaufs- oder Vergleichsbeurteilungen strikte Disziplin bezüglich der verwendeten
Beschleunigungsp rotokolle, Tageszeiten und Scanner einzuhalten und den Vergleich
mit Angaben in der Literatur mit Vorsicht durchzuführen.