Rotthaus W.
Ängste von Kindern und Jugendlichen.
Carl Auer Verlag; 2015.
ISBN: 3-8497-0069-0 192 S., 24,95 €
Wilhelm Rotthaus, Mediziner im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie für Kinder und
Jugendliche, löst mit „Ängste von Kindern und Jugendlichen“ Gefühle von Schwere und
Leichtigkeit zugleich beim Leser aus. Er beschreibt zwar positive und negative Aspekte,
die mit der Angststörung einhergehen, dennoch bleibt vor allem am Ende des ersten
Teils eine gefühlsmäßige Schwere zurück.
Der erste Buchteil bietet Grundlagen aus der Neuro- und Evolutionsbiologie, der Physiologie
und die wichtigsten Risikofaktoren. Den Abschluss bildet ein Kapitel über Störungsverständnis
und Therapieansätze verschiedener Psychotherapieverfahren. Ist man nicht selbst Psychotherapeutin,
liest sich dieses eher zäh.
Der zweite Teil über Systemisches Störungsverständnis und Systemische Therapie ist
spürbar positiver. Hier verdeutlicht der Autor, dass Ängste bei Kindern und Jugendlichen
als Signal für anstehende Entwicklungsschritte anzusehen sind. Die Entlastung des
Kindes durch den Einbezug der Familie und das gemeinsame Suchen nach zukunftsorientierten
Lösungen lassen ein Gefühl der Leichtigkeit entstehen. Viele Fallbeispiele, Metaphern
und Geschichten veranschaulichen die Systemische Therapie. Zum Schluss stellt der
Autor systemische Methoden und praktische Interventionen vor, die Ergotherapeuten
in ihrer Arbeit einsetzen können.
Das Buch gibt allen Therapeuten, die in der Praxis mit Angststörungen im pädiatrischen
Bereich zu tun haben, umfassende Einblicke in Grundlagen und therapeutische Maßnahmen.
Juliana Betschart, MSc Entwicklungsförderung im Kindes- und Jugendalter, leitende
Ergotherapeutin und Dozentin aus Solothurn (Schweiz)