Topische Therapiemöglichkeiten bei der Lentigo maligna
Kurzkommentar zu Seite 507
Intraoperatives Neuromonitoring des temporalen Astes des Nervus facialis in der Dermato-Chirurgie
in modifizierter Lokalanästhesie
Kurzkommentar zu Seite 523
Topische Therapiemöglichkeiten bei der Lentigo maligna
Kurzkommentar zu Seite 507
In einer interessanten Kurzübersicht werden topische Therapien der Lentigo maligna
dargestellt. Bei der Lentigo maligna (LM) handelt es sich um ein Melanoma in situ,
das typischerweise in chronisch UV-geschädigter Haut auftritt und daher meist den
Gesichtsbereich (und die Kopf-/Halsregion) betrifft. Zur Therapie der Wahl gehört
die chirurgische Exzision mit kleinem Sicherheitsabstand, da sich hierdurch die geringste
Rezidivrate erzielen lässt (ca. 4 %). Oft ist jedoch aufgrund der Größe, der Lokalisation
oder auch aufgrund des Allgemeinzustands des Patienten eine Operation nicht möglich.
In diesen Fällen kann entweder eine Radiotherapie erfolgen; aber auch eine topische
Therapie mit Imiquimod 5 % stellt eine gute Alternative dar. Imiquimod löst eine lokale
Entzündungsreaktion aus, die über Toll-like-Rezeptoren (TLR7/8) mediiert wird und
zur Aktivierung von dendritischen Zellen, Makrophagen, Neutrophilen und zytotoxischen
T-Lymphozyten führt. Seine hervorragende Wirkung ist bereits gut für oberflächliche
Basalzellkarzinome und aktinische Keratosen dokumentiert, für die es auch zugelassen
ist. In den dargestellten Studien war der Therapieerfolg unter Imiquimod abhängig
von der Intensität des Behandlungsregimes und der damit verbundenen Entzündungsreaktion:
Je höher die kumulative Dosis und somit stärker die Reaktion, desto eher kam es zur
Abheilung.
Weitere Fallberichte zu topischen Therapien mit Ingenolmebutat, 5-Fluorouracil, Azelainsäure
und topischen Retinoiden werden kurz dargestellt, ohne dass jedoch genügend validierte
Daten existieren, um deren Anwendung bei der Lentigo-maligna-Therapie regelhaft zu
empfehlen.
Zusammenfassend gilt, dass, obwohl Imiquimod für die Behandlung der Lentigo maligna
nicht zugelassen ist, der Einsatz bei schwierigen Fällen, zum Wohle des Patienten
und bei engmaschiger Nachkontrolle, erwogen werden sollte.
Intraoperatives Neuromonitoring des temporalen Astes des Nervus facialis in der Dermato-Chirurgie
in modifizierter Lokalanästhesie
Kurzkommentar zu Seite 523
In einem kurzen Fallbericht wird der Einsatz einer intraoperativen Nervenstimulation
beschrieben, um eine Nervenschädigung, insbesondere bei Tumoroperationen im Schläfenbereich,
zu vermeiden. Aufgrund der oberflächlichen Lokalisation des temporalen Astes des Nervus
facialis ist dieser bei Operationen von Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen
in diesem Bereich besonders gefährdet. Um eine ipsilaterale Paralyse des Musculus
frontalis mit Brauenptosis zu vermeiden, kann, auch in örtlicher Betäubung, durch
intraoperatives Neuromonitoring (IOM) der Nerv identifiziert und somit beim weiteren
operativen Vorgehen (elektrokaustische Blutstillung, Ligatur, Präparation) geschont
werden.
Das Verfahren selbst wird detailliert dargestellt und erfolgt in einer modifizierten
Lokalanästhesie. Mit einer bipolaren Pinzette und mittels eines kleinen Nervenstimulators
wird der Nerv anhand der frequenzsynchronen Kontraktion des Musculus frontalis (Heben
der Augenbraue) identifiziert. Die Nervenstimulation wird initial mit 1 mA begonnen
und auf maximal 5 mA erhöht; bei 1 Hz Wiederholungsfrequenz. Potenziell ist dieses
Verfahren auch an anderen Lokalisationen anwendbar, an denen motorische Nerven intraoperativ
gefährdet sind. Auch wenn es sich hierbei um eine relativ einfache und preiswerte
Methode handelt, wird die Zukunft zeigen müssen, ob sie sich in der Dermato-Chirurgie
etablieren kann.