Einleitung Der MRT Zulassungsprozess von Implantaten beinhaltet theoretische physikalische Überlegungen
und experimentelle Untersuchungen in einem definierten Versuchsaufbau um die Auswirkungen
auf das Verhalten in vivo vorauszusehen. In Bezug auf Cochlea Implantate betrifft
das insbesondere Temperaturveränderungen und durch RF generierte Strominduktion. Aus
diesen Ergebnissen wird u.a. der MRT-Status des Implantates (safe/ conditional/ unsafe)
abgeleitet.
Eine Reevaluation des Zulassungsstatus basierend auf der spezifischen Untersuchung
von Gewebeauswirkungen in vivo ist strukturiert nicht weiter vorgesehen.
Die Auswirkungen von MRT Untersuchungen auf die Haarzellfunktion bei Cochlear Implantträgern,
als sensitivster Indikator für MRT generierte funktionelle Veränderungen, ist bisher
unklar.
Ziel der Studie war die Untersuchung der Auswirkung von 3T MRT Untersuchungen auf
das Restgehör bei CI Patienten mit bereits zugelassenen Systemen.
Material und Methoden In dieser prospektiven Studie führten wir ein 3 T MRT Scan mit einer T2 2D MS Drive
Sequence bei 16 Cochlear Implant Patienten/ Ohren durch. Direkt vor und nach der MRT
Untersuchung erfolgte eine Überprüfung der Knochenleitungshörschwelle. Bei allen Patienten/
Ohren bestand nach der CI Versorgung und vor der MRT Untersuchung eine Knochenleitungsschwelle
im Tieftonbereich von 20 dB bis 60 dB im Tieftonbereich (250 kHz/500 kHz).
Ergebnisse Es fand sich nach Durchführung der 3T Untersuchung mit einer T2 2D MS Drive Sequence
bei allen CI Patienten /Ohren eine unveränderte Knochenleitungshörschwelle im Tieftonbereich.
Zusammenfassung 3T MRT Untersuchungen haben keine kurzfristigen funktionellen Auswirkungen auf die
Haarzellfunktion im Tieftonbereich bei Anwendung einer T2 2D MS Drive Sequence.