In der Literatur der letzten Jahre wurde mehrfach davon berichtet, dass durch eine
Straffung und Anhebung der Blase circa 35% aller Patientinnen mit einer Dranginkontinenz
wieder kontinent wurden. Im Zeitraum zwischen 2012 und 2021 wurden 339 Patientinnen
mit einer Drang-Inkontinenz durch eine apikale Scheidensuspension nach dem laparoskopischen
CESA oder VASA-Verfahren operiert. Die Op-Zeiten lagen im Durchschnitt bei 60 Minuten.
62 Patientinnen (39%) wurden dabei nach laCESA und 55 Patientinnen (33%) nach laVASA
wieder vollständig kontinent. Die Kontinenzraten waren abhängig vom Alter der Patientinnen.
Von allen Patientinnen, die jünger als 60 Jahre waren (< 60 Jahre) wurden durch laCESA
50% wieder kontinent, durch laVASA 42%. Bei älteren Patientinnen (> 70 Jahre) lagen
die entsprechenden Kontinenzraten bei 26% (CESA) , bzw. 28% bei VASA. Der Unterschied
war hoch-signifikant.
Da auch ein TOT, bzw. TVT laut Literaturangaben eine Dranginkontinenz heilen können,
erhielten 107 der weiterhin drang-inkontinenten Patientinnen ein zusätzliches TOT
8/4. 45 Patientinnen (42%) wurden danach zusätzlich kontinent. Somit wurden durch
die beiden Eingriffe insgesamt 136 von 227 (pp= 60%) der behandelten Patientinnen
wieder dauerhaft kontinent. Bei allen diesen Patientinnen waren auch die Drangsymptome
direkt nach der Operation verschwunden. Diese Heilungsraten werden durch bisherige
Behandlungsmethoden (Anti-cholinergika, lokale Botox-Injektion) nicht erreicht, zumal
sich diese Methoden nicht an vollständiger Kontinenz orientieren sondern sich auf
eine Reduktion der Inkontinenzepisoden beschränken. Die Abhängigkeit der Ergebnisse
von zunehmendem Lebensalter (>60 Jahre) war bisher unbekannt und ist bisher nicht
zu erklären.