Johnson L.
et al
The role of sodium citrate during extended cold storage of platelets in platelet additive
solutions.
Transfusion 2023;
63: S126-S137
Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden einzelne mit der Trima-Apherese-Plattform
gewonnene Thrombozyten von kompatiblen Spendern (n = 8) entweder in 40 % Plasma/60
% PAS-E oder 40 % Plasma/60 % PAS-F resuspendiert. In einer sekundären Studie wurden
die Thrombozyten in PAS-F mit Natriumcitrat versetzt, um die gleiche Konzentration
wie in PAS-E zu erreichen. Die Komponenten wurden gekühlt gelagert (2–6 °C) und über
einen Zeitraum von 21 Tage getestet.
Kalt gelagerte Thrombozyten in PAS-F wiesen im Vergleich zu den Thrombozyten in PAS-E
einen niedrigeren pH-Wert, eine höhere Neigung zur Bildung sichtbarer (und Mikro-)
Aggregate, sowie mehr Aktivierungsmarker auf. Diese Unterschiede waren bei einer längeren
Lagerung (14–21 Tage) am stärksten ausgeprägt. So traten in keiner Lösung des PAS-E-Strangs,
aber in drei (38 %) der PAS-F-Lösungen an Tag 14 und in vier (50 %) der PAS-F-Komponenten
an Tag 21 sichtbare Aggregate auf.
Während die funktionelle Kapazität der kalt gelagerten Thrombozyten miteinander vergleichbar
war, zeigte die PAS-F-Gruppe geringfügige Verbesserungen bei der ADP-induzierten Aggregation
und den TEG-Parametern (R-Zeit, Winkel). Diese Unterschiede waren jedoch als sehr
gering einzustufen und eine klinische Signifikanz ist dem zu Folge unwahrscheinlich.
Die Stärke der Gerinnselbildung (maximale Amplitude) war bei PAS-E- und PAS-F-Thrombozyten
vergleichbar. In beiden Gruppen wurde während der Lagerung keine Lyse beobachtet und
auch die Retraktion der Gerinnsel war in beiden Gruppen gleich stark ausgeprägt. Die
beobachteten Unterschiede in den biochemischen Parametern hatte folglich keine Auswirkungen
auf die funktionelle Leistung der Thrombozyten in PAS-F.
Eine Supplementation der PAS-F mit 11mM Natriumcitrat verbesserte im Vergleich zu
den reinen Additivlösungen PAS-E und PAS-F den Thrombozytengehalt, hielt den pHWert
über den Spezifikationen (pH > 6,4) und verhinderte die Aggregatbildung bis Tag 21.
Die metabolischen Parameter, inklusive Glukose und Laktat, und die Reduzierung der
Marker der Thrombozytenaktivierung (CD62P und Annexin V-Bindung) wurden durch die
Citratzugabe nicht beeinflusst. Auch die Vorteile von PAS-F hinsichtlich Aggregation
und Gerinnung waren in Gegenwart von Citrat weiterhin evident.
Die In-vitro-Parameter waren bei kurzfristiger Kühllagerung von Thrombozyten in PAS-E
und PAS-F miteinander vergleichbar. Eine Lagerung in PAS-F über einen Zeitraum von
14 Tagen hinaus führte zu einer Verschlechterung der Stoff wechsel- und Aktivierungsparameter.
Die funktionelle Kapazität blieb jedoch erhalten oder verbesserte sich sogar. Dies
könnte, nach Meinung der Autoren, ein Beleg für die wichtige Rolle von Natriumcitrat
bei der längeren Kühllagerung von Thrombozyten sein.
Britta Brudermanns, Köln