Fallbericht
Anamnese
Ein 45-jähriger Patient wurde wegen seit 4 - 6 Wochen bestehendem, als quälend empfundenem
Reizhusten auf unserer pneumologischen Station vorgestellt. Gelegentlich wurde Blut
im Sputum beobachtet. Weiterhin beklagt der Patient eine zunehmende Dyspnoe, zuletzt
bereits bei leichter Belastung, sowie atemabhängige thorakale Schmerzen. Wiederholt
seien Temperaturerhöhungen und Nachtschweiß aufgetreten. Anamnestisch fanden sich
eine 1989 erstdiagnostizierte HIV-Infektion bei einem bis 1991 bestehenden intravenösen
Drogenabusus sowie eine chronisch persistierende Hepatitis-C-Virusinfektion. Der Patient
stellte sich seit einigen Jahren in unregelmäßigen Abständen in unserer HIV-Ambulanz
vor. Eine AIDS-definierende Erkrankung wurde bisher nicht diagnostiziert; im Monat
vor der stationären Aufnahme wurde die HI-Viruslast mit 73 000 Kopien/ml bei einer
Helferzellzahl von 200/µl bestimmt.
Eine antiretrovirale Therapie wurde mehrfach begonnen, jedoch wegen subjektiv schlechter
Verträglichkeit wieder abgesetzt. Die Einnahme von Trimethoprim/Sulfamethoxazol (160/800
mg oral, 3 ×/Woche) zur Prophylaxe einer Pneumocyctis-carinii-Pneumonie (PCP) wurde
nur unregelmäßig durchgeführt. Seit 1991 erfolgte eine Substitutionstherapie mit derzeit
185 mg/d Methadon per os, ein weiterer Beikonsum wurde verneint. Der Patient wirkte
sozial gut rehabilitiert und war zuletzt als gelernter Raumausstatter beschäftigt.
Alkohol wurde in Form mehrerer Flaschen Bier/Tag konsumiert, es bestand ein fortgesetzter
Nikotinabusus von etwa 20 packyears.
Klinischer Untersuchungsbefund
Leicht reduzierter Allgemeinzustand bei adipösem Ernährungszustand. Unauffälliger
Herz- und Gefäßstatus, kein Hinweis auf fortgesetzte i. v.-Injektionen. Vesikuläres
Atemgeräusch, bds. basal betont feinblasige Rasselgeräusche, Klopfschall sonor, Lungengrenzen
bds. 2 cm atemverschieblich. Die übrige internistische/neurologische Untersuchung
ergab unauffällige Befunde.
Laborbefunde
BSG 39 mm/h (< 20), CRP 2,2 mg/dl (< 0,5), Hb 13,6 g/dl (14 - 18), Leukos 4,4/nl (4,8
- 11,0) GOT 23 U/l (< 18), GPT 23 U/l (< 28), LDH 254 U/l (< 240). Hepatitisserologie:
HBV-Antikörper (anti-HBc) pos., HBs-Antigen neg., HCV-Antikörper pos. Die übrigen
serum-chemischen Parameter lagen im Normbereich. Der Tuberkulinhauttest nach Mendel-Mantoux
war bis zur Stufe GT-10 negativ.
Apparative Diagnostik
Diskrete Hepatomegalie, ansonsten unauffällige thorako-abdominale Sonographie. Lungenfunktionell
zeigte sich eine leichte, peripher betonte Obstruktion (Vitalkapazität 4,86 [89 %
des Solls], FEV1 : 3,7 Liter [88 % des Solls], Tiffeneau-Test 76 %) bei leicht erhöhten Atemwegswiderständen
(SR tot 1,46 kPa*s [124 % des Solls]) ohne Hinweis auf eine pulmonale Überblähung
oder restriktive Ventilationsstörung (TLC 7,82 Liter [101,5 % des Solls]). Blutgasanalysen
in Ruhe ergaben eine leichte respiratorische Partialinsuffizienz (pa O2 63 - 73 mm Hg), welche unter Belastung diskret verstärkt wurde.
Im Röntgen-Thorax fand sich beidseits eine disseminierte, feinfleckige Zeichnungsvermehrung.
Im daraufhin durchgeführten HR-CT wurde, bei grenzwertig vergrößerten mediastinalen
Lymphknoten, eine milchglasartige Verschattung der sekundären Lobuli, vereinbar mit
einer Alveolitis, beschrieben (Abb. [1 ]).
Abb. 1 Radiologische Befunde: a Der Röntgen-Thorax weist beidseits eine disseminierte, basal betonte, feinfleckige
Zeichnungsvermehrung auf. b Im HR-CT zeigt sich ubiquitär (hier rechtsbetont) das Bild einer Alveolitis mit milchglasartiger
Verschattung der sekundären Lobuli. Grenzwertig vergrößerte mediastinale Lymphknoten.
Arbeitsdiagnose
In der Zusammenschau der Befunde, insbesondere unter Berücksichtigung der radiologischen
Beurteilung, stellten wir die Verdachtsdiagnose einer subakut verlaufenden Pneumocyctis-carinii-Pneumonie
(PCP). Differenzialdiagnostisch zogen wir, trotz Anergie im Tuberkulintest, bei Nachtschweiß
und vergrößerten mediastinalen Lymphknoten eine Tuberkulose in Betracht.
Ergänzende Untersuchungen
Eine zur Diagnosesicherung durchgeführte Bronchoskopie ergab neben diskreten Zeichen
einer Bronchitis und leicht vermehrtem weißlichen Sekret einen unauffälligen endobronchialen
Befund. Die bronchoalveoläre Lavage (BAL) wies eine leichte Erhöhung des Neutrophilenanteils
(17,5 %), sowie eine Mischflora ohne Nachweis spezifischer Erreger auf, insbesondere
fanden sich weder Pneumozysten noch säurefeste Stäbchen. Die transbronchiale Biopsie
des rechten Oberlappens zeigte alveoläres Parenchym mit fokaler intraalveolärer Makrophagenansammlung,
Siderophagen und mehrkernigen Fremdkörperriesenzellen (Abb. [2 ]). Da durch den Pathologen differenzialdiagnostisch auf eine inhalative Noxe verwiesen
wurde, initiierten wir ein Drogenscreening im Urin des Patienten und wiesen neben
Cannabis (62 ng/ml) auch Kokain (1000 ng/ml) nach. Mit den Untersuchungsergebnissen
konfrontiert, gab der Patient an, seit einigen Monaten Kokain in Form von „Crack”
zu inhalieren.
Abb. 2 Histologie aus der transbronchialen Lungenbiopsie: a Eine von zahlreichen mehrkernigen Riesenzellen vom Fremdkörpertyp mit kleinen Einschlüssen.
Schmale, nicht entzündlich infiltrierte Alveolarsepten (HE 400 ×). b Die immunhistochemische Endotheldarstellung durch Antikörper gegen Faktor-VIII-assoziiertes
Antigen (rot) zeigt die intraalveoläre, extravaskuläre Lokalisation der Riesenzellen
als Hinweis auf eine inhalative Noxe (400 ×).
Diagnose
Wir stellten die Diagnose eines „Crack-Syndroms”, in der englischsprachigen Literatur
auch als „Crack-Lung” bezeichnet. Es fasst eine Vielzahl vorwiegend pulmonaler Komplikationen
zusammen, welche als Folge der Inhalation von Crack-Kokain auftreten können. Aufgrund
der weltweit dramatisch zunehmenden Verbreitung dieser Rauschdroge, ist in Zukunft
auch in Europa vermehrt mit dem beschriebenen Krankheitsbild zu rechnen [1 ]
[2 ]
[3 ].
Unter einer mehrtägigen Noxenkarenz und symptomatischer Therapie war eine deutliche
klinische Verbesserung und ein Rückgang der infiltrativen Veränderungen zu beobachten.
Die weitere Anbindung in ein stationäres Entzugsprogramm wurde abgelehnt, so dass
wir den Patienten mit der dringenden Empfehlung entließen, sich zur Rückfallprophylaxe
in weitere suchttherapeutische Betreuung zu begeben.
Diskussion
Crack-Kokain: Verbreitung und Konsummuster
Crack wurde Ende der 80er-Jahre aus Kokain entwickelt und gehört in den USA heute
bereits zu den häufigst verwendeten illegalen Substanzen. Umfragen an US-Highschools
ergaben bei 6 % der Befragten einen gelegentlichen Konsum von Kokain, 30 % davon verwendeten
Kokain in Form von Crack [1 ]
[4 ].
Das aus der Pflanze Erythroxylon coca gewonnene Alkaloid Kokain liegt üblicherweise
als Hydrochloridverbindung in Form eines feinkörnigen weißen Pulvers vor. Zur Verwendung
als Rauschdroge wird es intravenös oder über die Nasenschleimhaut appliziert. Wegen
einer fehlenden Hitzestabilität eignet sich das Kokain-Hydrochlorid nicht zur Inhalation
über Rauch.
Rauchbar, weil hitzebeständig, ist jedoch die freie Base des Kokains (engl. free-base).
Die eigene Herstellung durch die Konsumenten ist technisch einfach möglich, wobei
die Hydrochloridbindung chemisch durch Zugabe von Natrium-Bicarbonat (Na-HCO3
- ), handelsüblich als Backpulver zu beziehen, gespalten wird. Die präzipitierende freie
Base des Kokains wird mit Äther oder Ethanol zu einer elastischen Masse vermischt,
nach Aushärtung durch Trocknung erhält man einen Kristall, welches als rock-cocain
oder stone bezeichnet wird (Abb. [3 ]). Die Substanz wird in speziellen Pfeifen inhaliert oder mit Tabak oder Marihuana
vermischt und geraucht, das bei der Verbrennung entstehende knackende Geräusch (to
crackle = knistern) führte zur Benennung der Droge als Crack [5 ]. Die freigesetzten Kokainpartikel messen durchschnittlich 2,3 µm und sind damit
nach Inhalation gut alveolengängig [6 ]. Aufgrund der großen alveolaren Oberfläche erfolgt die unverzügliche Resorption
mit der Folge des schnellen Anflutens der Substanz in der zerebralen Zirkulation.
Der maximal euphorisierende Effekt nach Inhalation von Crack-Kokain tritt bereits
nach 6 - 8 Sekunden auf, während er nach intravenöser Injektion erst nach 16 - 20
Sekunden, bei der Applikation über die Nasenschleimhaut sogar erst nach 3 - 5 Minuten
zu beobachten ist [2 ]
[7 ]. Das schnelle Anfluten des Crack-Kokains stellt dabei auch eine wesentliche Erklärung
für das ungewöhnlich hohe Suchtpotenzial der Substanz dar [2 ]. Bereits nach wenigen Minuten geht das empfundene Hochgefühl in einen Zustand ausgeprägter
Dysphorie über (sog. Flash- und Crashphänomen) und verleitet zu einer schnellen Wiederbeschaffung
der Droge, es wurden Konsumfrequenzen zwischen 4 - 19 ×/Tag beschrieben [3 ]. Durch den im Vergleich zum Kokain deutlich erniedrigten Marktpreis verschiebt sich
die Verfügbarkeit in den Bereich sozial schwacher oder minderjähriger Konsumenten
[8 ]. Eine im Auftrag der Bundesdrogenbeauftragten durchgeführte und im August 2001 veröffentlichte
Bestandsaufnahme zum Crack-Konsum in Deutschland zeigt eine kontinuierliche Zunahme
mit einer regionalen Häufung in Frankfurt, Hamburg und Hannover [3 ]. In diesen Städten steht der Crack-Konsum nach dem Heroinkonsum bereits an zweiter
Stelle der präferierten Drogen.
Abb. 3 Kristalle der freien Kokainbase, sog. Crack (mit freundlicher Genehmigung www.streetdrugs.org).
Dabei ist eine Zunahme des polyvalenten Drogengebrauchs zu beobachten, wobei bereits
für 2 /3 der Konsumenten harter Drogen ein zusätzlicher Crack-Abusus angenommen wird. In der
polizeilichen Kriminalstatistik der Stadt Hamburg überstiegen die Delikte im Zusammenhang
mit Kokain 1998 erstmals die in Verbindung mit Heroin, einhergehend mit einer deutlich
gesteigerten Brutalität bei der Drogenbeschaffung. Besondere Schwierigkeiten werden
von Einrichtungen der niedrigschwelligen Drogenhilfe im Umgang mit eingeschränkter
Steuerungsfähigkeit, zunehmender Aggressivität und Verwahrlosung der Crack-Konsumenten
berichtet [3 ]
[9 ].
Komplikationen nach Crack-Inhalation
Während der Kokainabusus in der bisherigen Form über eine Stimulierung des Sympathikus-Tonus
im Wesentlichen kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie Tachykardie, Hypertonie, periphere
Vasokonstriktion und Agitation bewirkt [10 ], stellt beim Crack-Abusus die Lunge das primär exponierte und geschädigte Organ
dar. Die Vielzahl der resultierenden pulmonalen Symptome wird als Crack-Syndrom oder
Crack-Lunge beschrieben. Pulmonale Symptome nach Crack-Abusus (Tab. [1 ]) können innerhalb von Minuten bis zu einigen Stunden nach Inhalation auftreten [10 ]. Die häufigsten akuten respiratorischen Symptome stellen in bis zu 60 % der beschriebenen
Fälle Husten mit Auswurf, Dyspnoe sowie thorakale Schmerzen dar [2 ]. Der Husten wird auf eine lokale Irritation der Atemwege nach Kontakt mit hohen
Konzentrationen von Kokain zurückgeführt. Die gelegentlich beschriebene akut auftretende
Obstruktion sowie Symptome einer exogen allergischen Alveolitis lassen sich am ehesten
durch eine bronchiale Hyperreagibilität auf die im Inhalat enthaltenen Verunreinigungen
(z. B. Backpulver) erklären [11 ]. Der thorakale Schmerz kann infolge des massiven Hustenreizes auftreten, differenzialdiagnostisch
muss bei Kokainmissbrauch eine Myokardischämie bzw. ein Myokardinfarkt ausgeschlossen
werden.
Tab. 1 Pulmonale Komplikationen nach Crack-Inhalation
1. akute respiratorische Symptome - Husten mit nicht purulentem Sputum - Dyspnoe - obstruktive Ventilationsstörung - Thorakodynie - Hämoptysen
2. physikalische Verletzungen - Barotrauma/Pneumothorax - thermische Schädigung/Verbrennung
3. Alveolitis/kryptogene organisierende Pneumonie
4. primäres Lungenödem/ARDS
5. pulmonale Hämorrhagie/Infarzierung
Aufgrund der speziellen Applikationsform des Crack-Kokains werden vermehrt physikalische
Verletzungen im Bereich der Lunge beobachtet: Bei dem Versuch, durch tiefe Inhalation
mit nachfolgendem Valsalva-Manöver, die Wirkung der Droge zu steigern, kann ein Barotrauma
oder ein Pneumothorax entstehen. Durch Inhalation des heißen Rauches bzw. durch Verunreinigung
mit brennbaren Lösungsmitteln (z. B. Äther) kann es zu gravierenden Verbrennungen
im Bereich der Atemwege kommen [12 ].
Die in bis zu 30 % der Fälle beschriebenen Hämoptysen können durch Ruptur submuköser
Atemwegsgefäße infolge mechanischer Schädigung (z. B. durch Hustenstöße) entstehen.
Weiterhin bewirkt die durch Kokain induzierte Vasokonstriktion eine Schädigung des
pulmonalen Gefäßbettes mit der Folge einer hypoxischen Wandschädigung. Auch ein direkt
zytotoxischer Effekt von Kokain auf die Gefäßendothelien wird diskutiert [13 ].
Bei den Autopsien von Crack-Konsumenten, welche an den Folgen einer akuten Intoxikation
verstorben waren, fanden sich neben intraalveolären Entzündungszellinfiltraten und
Fremdkörpergranulomen Schädigungen der alveolo-kapillären Membranen mit akutem, nicht
kardial bedingtem, interstitiellem Ödem und alveolären Hämorrhagien [14 ]. Das radiologische Korrelat bilden flüchtige, interstitielle und alveoläre Verschattungen.
Diese stellen sich vorwiegend bilateral, perihilär und symmetrisch dar. Die Lungenfunktion
erweist sich als wenig sensitiv und zeigt häufig einen unauffälligen Befund. Neben
dem gehäuften Auftreten einer milden Obstruktion (bei regelmäßig bestehendem Nikotinabusus)
findet sich vermehrt eine leichte Einschränkung der Diffusionskapazität [11 ].
Wenngleich sich die beschriebenen Symptome einschließlich der radiologischen Veränderungen
in der Regel in 24 bis 72 Stunden nach Expositionsende zurückbilden, wird in seltenen
Fällen eine hochgradige respiratorische Insuffizienz, gelegentlich verbunden mit der
Notwendigkeit zur maschinellen Beatmung, beschrieben. Klinisch kann sich das Vollbild
eines ARDS mit entsprechend hoher Mortalität entwickeln [15 ]
[16 ]. In Einzelfallberichten wird über pulmonale Infarzierungen sowie fulminante Hämorrhagien
nach Crackinhalation berichtet [14 ]
[17 ].
Therapie
Nach erfolgtem Abusus sollte ein engmaschiges Monitoring des Patienten über 24 Stunden
durchgeführt werden, um die Entwicklung von Komplikationen (z. B. eines Lungenödems)
frühzeitig zu erkennen. Milde respiratorische Symptome lassen sich häufig durch Gabe
von Antiobstruktiva/Antitussiva bessern. Bei respiratorischer Partialinsuffizienz
sollte die supportive Gabe von Sauerstoff erfolgen (Cave: Bei fortgesetztem Crack-Abusus
wegen Entzündungsgefahr kontraindiziert). Über eine Gabe von Diuretika sowie Steroiden
muss im Einzelfall entschieden werden, eine generelle Indikation oder Dosisempfehlung
besteht nicht. Bei Entwicklung eines ARDS sollte entsprechend frühzeitig die Indikation
zur Intubation und mechanischen Beatmung mit erhöhten PEEP-Werten gestellt werden.
Die wichtigste Maßnahme besteht sicherlich in einer strikten Noxenkarenz. Eine besondere
Schwierigkeit stellt dabei jedoch das ausgeprägte, vorwiegend psychisch bedingte Abhängigkeitspotenzial
der Substanz dar. Zur Rückfallprävention sollte die Entlassung in eine psychosozial
gestützte Weiterbetreuung (z. B. betreutes Wohnen, kognitiv orientierte Verhaltenstherapie,
motivierende Gesprächstherapie) erfolgen. Stationäre Entgiftungsprogramme finden wenig
Akzeptanz bei den Betroffenen und erscheinen in Kenntnis der dominierenden psychischen
Abhängigkeit nicht indiziert. Präventive Maßnahmen (z. B. aufsuchende Sozialarbeit)
wurden in Modellprojekten wie dem Crack-Street-Projekt in Frankfurt erprobt. Der kontinuierliche
Zugang zu den Betroffenen wurde jedoch durch deren eingeschränkte Behandlungs- und
Suchteinsicht sowie deren aufgehobenen Alltagsrhythmus erheblich erschwert. Substitutions-
und Konsumeinrichtungen für Crack-Abhängige zur Reduktion von Suchtfolgeerkrankungen
und Begleitkriminalität sind in den Niederlanden bereits in Erprobung, in Deutschland
jedoch umstritten. In Frankfurt und Hamburg wurde dem sozialen Elend der Betroffenen
durch die Einrichtung von Rückzugs- und Tagesruheräumen (sog. Chill-out-Zonen) begegnet
[3 ]
[9 ].