Frage 2 - Onkologie
Welche der folgenden Aussagen zum Liposarkom des Samenstranges treffen zu?
1. Die Standardtherapie des Liposarkoms des Samenstranges ist die hohe inguinale Orchiektomie.
2. Die Liposarkome des Samenstranges haben eine Rezidivrate von ca. 50 %.
3. Der Stellenwert einer adjuvanten Radiotherapie oder einer retroperitonealen Lymphadenektomie
ist unklar.
4. Weitere maligne Tumoren des Samenstranges sind Rhabdomyosarkome und Leiomyosarkome.
5. Liposarkome des Samenstranges präsentieren sich als indolente Schwellungen mit
langsamer langjähriger Größenprogredienz
Antworten:
A) 1 und 2 sind richtig
B) 2 und 4 sind richtig
C) 2 und 3 sind richtig
D) 1, 2 und 3 sind richtig
E) alle sind richtig
Antwort 2 - Onkologie
Liposarkome sind seltene maligne Tumoren, die neben den benignen Lipomen, Rhabdomyosarkomen
und Leiomyosarkomen am Samenstrang lokalisiert werden können. Liposarkome des Samenstranges
präsentieren sich als indolente Schwellungen mit mehrmonatiger bzw. langjähriger langsamer
Größenprogredienz. Betroffen sind zumeist Patienten ab der 4. Lebensdekade. Mögliche
Fehldiagnosen sind Inguinalhernien oder Funikulozelen. Die primäre Therapie des Liposarkoms
des Samenstranges beinhalt eine Tumorextirpation unter Wahrung einer R0-Resektion,
da ansonsten in ca. 50% der Fälle mit einem Lokalrezidiv zu rechnen ist. Der Stellenwert
adjuvanter Therapien wie beispielsweise der Radiatio oder Chemotherapie ist bis heute
nicht eindeutig definiert. Aufgrund der Seltenheit und der kleinen Fallgruppen ist
eine ausreichende Datenlage zur weiteren adjuvanten Therapie nicht gegeben. Die Prognose
des Samenstrangliposarkoms ist in der Mehrzahl der Fälle gut. Vereinzelt werden Jahre
nach der Primärbehandlung Fernmetastasen beschrieben.
Antwort E ist richtig
Bezug: May et al.: Liposarkom des Samenstranges - Darstellung eines Falls.
Seite 130