Retardierte L-Dopa-Präparate sind im ärztlichen Praxisalltag eine wichtige Therapieoption
bei idiopathischem Parkinson-Syndrom, wie PD. Claudia Trenkwalder, Kassel, auf dem
Parkinson-Kongress in Frankfurt/Main vorstellte. Die Behandlung verbessert Schlaf
und Lebensqualität, so das Ergebnis einer Anwendungsbeobachtung an der insgesamt 294
ambulant behandelte Patienten mit einem idiopathischen Parkinson-Syndrom teilnahmen.
Der Untersuchungszeitraum betrug acht Wochen.
Die Patienten, die zuvor L-Dopa in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer erhalten
hatten, wurden wegen motorischer Fluktuationen (leichte Peak-dose-Dyskinesien, End-of-dose-Akinesien)
dabei auf ein L-Dopa-Retardpräparat (Nacom® Retard) umgestellt. Andere Antiparkinsonmittel
wurden nach individueller Entscheidung des Arztes weiter verabreicht, in der Dosierung
angepasst oder abgesetzt. Nach der Umstellung auf retardiertes L-Dopa war bei der
Mehrzahl der Patienten eine signifikante Reduktion der Kardinalsymptome Akinese, Rigor
und Tremor sowie der motorischen Fluktuationen und Dyskinesien zu beobachten. Außerdem
war nicht nur eine Besserung des nächtlichen Schlafverhaltens zu verzeichnen, sondern
auch der Schlaf-assoziierten Parameter, die tagsüber von Bedeutung sind, z.B. plötzliches
Einschlafen tagsüber. Die untersuchenden Ärzte schätzten die Lebensqualität bei fast
80% der Patienten am Ende der Untersuchung höher ein als zu Beginn der Untersuchung.
Insgesamt erwies sich die retardierte L-Dopa-Formulierung als gut verträglich.
Quelle: Trenkwalder C, Canelo M, Kungel M, Modell S. Retardiertes L-Dopa in der Tagestherapie
des idiopathischen Parkinson-Syndroms. Poster präsentiert auf dem Parkinson Kongress,
Frankfurt, 2004