Anlässlich des 80. Geburtstages des früheren Direktors der Universitäts-Hautklinik
des Universitätsklinikums Erlangen, Herrn Prof. Dr. med. O. P. Hornstein, versammelten
sich unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Vera Mahler, Prof. Dr. G. Schuler und Prof.
Dr. P. von den Driesch seine Schüler am 28. 1. 2006 in Erlangen, um den Jubilar zu
ehren und die Breite des dermatologischen Fachbereichs mit einer Reihe von Vorträgen
darzustellen.
Herr Prof. Dr. med. W. Meinhof , Dormitz , zeigte in einem historisch geprägten Referat, wie sich aus biochemischer Forschung
heraus das Wissen um die Porphyrine und die von ihnen ausgelösten Erkrankungen der
Porphyrien im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt haben.
Herr Prof. Dr. med. D. Djawari, Heilbronn, wies in seinem Beitrag auf die Notwendigkeit der Früh-Intervention bei kapillären
Hämangiomen des Säuglingsalters hin. Hier werde manchmal durch das in den Lehrbüchern
immer noch zu findende zu lange Zuwarten bei diesen Läsionen häufig lediglich Zeit
verloren.
Herr Prof. Dr. med. E. Haneke, Freiburg, zeigte in seinem Vortrag die vielfältigen Möglichkeiten, die die Dermatologie als
operatives Fach in der heutigen Zeit bietet.
Herr Prof. Dr. med. P. von den Driesch, Stuttgart, wies in seinem Vortrag über Neutrophile Dermatosen darauf hin, dass beispielsweise
bei der Psoriasis die Besonderheiten einer Neutrophilen-aktivierenden Entzündung zu
wenig beachtet werden. Er vertrat die Überzeugung, dass bei der Psoriasis erfolgreich
eingesetzte Medikamente häufig beides, T-Lymphozyten und neutrophile Granulozyten,
in ihren Funktionen behindern.
Herr Prof. Dr. med. M. Simon, Erlangen, beschäftigte sich in einem Übersichtsreferat mit der Bedeutung von zytotoxischen
T-Zell-Lymphomen und Natural-Killerzell-Lymphomen. Diese häufig als aggressiv wachsende
isolierte Tumoren beginnenden Entitäten weisen im Vergleich zu anderen kutanen Lymphomen
oft ein aggressives Verhalten auf.
Herr Dr. med. B. Salzer, Heilbronn, zeigte anhand neuester Studienergebnisse, dass professionell durchgeführte Neurodermitis-Schulungen,
die auch in Praxen durchgeführt werden können, einen erheblichen positiven Einfluss
auf den Verlauf des atopischen Ekzems, insbesondere bei Kindern, haben können.
Herr Priv.-Doz. Dr. med. E. Jecht, Nürnberg, zeigte am Beispiel der Psoriasis, dass auch heute noch psychosomatische Aspekte in
der Therapie vernachlässigt werden.
Herr Prof. Dr. med. M. Gruschwitz, Kümmersbruck, zeigt in seinem Vortrag zur Pathogenese der progressiven systemischen Sklerodermie,
dass der entscheidende pathogenetische Prozess, die zunehmende Sklerose des Gewebes,
von einer komplexen Interaktion der ortsständigen Zellen im Sinne einer immunologischen
Reaktion begleitet ist.
Herr Priv.-Doz. Dr. med. G. Reimer, Augsburg, gab eine Übersicht über den aktuellen Stand der Diagnostik mittels des Nachweises
antinukleärer Antikörper in der dermatologischen Diagnostik. Diese Laboruntersuchungen
haben sich zu einem unverzichtbaren Test bezogen auf die Diagnose und Prognose-Bestimmung
bei einer Reihe von autoimmunbedingten Systemerkrankungen, wie den Kollagenosen, erwiesen.
Herr Prof. Dr. med. F. Kiesewetter, Erlangen, wies in seinem Vortrag auf das oft unterschätzte Problem eines Klimakterium virile
und die Problematik seiner Diagnostik und Therapie hin.
Herr Priv.-Doz. Dr. med. J. Keller, Stuttgart, zeigte in einem Übersichtsreferat die Möglichkeiten der ästhetischen dermatologischen
Therapie, die unter Einsatz konservativer und operativer Möglichkeiten heutzutage
in vielen Fällen für die Patienten befriedigende Ergebnisse erzielen kann.
Herr Prof. Dr. med. G. Schuler, Erlangen, gab einen Überblick über die aktuelle Forschung an der dermatologischen Universitätsklinik
in Erlangen. Im Focus stehen die Möglichkeiten einer gezielten Immunintervention mittels
dendritischer Zellen bei onkologischen und autoimmunbedingten Erkrankungen.
Als Ausklang der gelungenen Veranstaltung gab Herr Prof. Dr. med. F. Weidner, Stuttgart, im Zusammenspiel mit Herrn Dr. med. H. Heyd, Weißenburg, dem Jubilar ein Geburtstagskonzert.
Alle Schüler von Prof. Dr. med. O. P. Hornstein bedankten sich für die enorme Breite
der Forschung, die unter der Führung des Jubilars an der Dermatologischen Universitätsklinik
Erlangen ermöglicht und gefördert wurde, sowie für die Breite und Tiefe der durch
Prof. Dr. med. O. P. Hornstein gelehrten klinischen Dermatologie.
Abb. 1 Professor Hornstein im Gespräch mit früheren Diakonissenschwestern (1976 anläßlich
seines 50. Geburtstages).
Abb. 2 Professor Hornstein im Kreise seiner Kollegen am Geburtstagssymposium vom 28. Januar
2006.
Lebenslauf Otto P. Hornstein
Geboren am 22. 1. 1926 in München 1944: Reifeprüfung Melanchthon-Gymnasium Nürnberg bis 1945:Kriegsdienst mit Gefangenschaft 1946 - 1950: Studium der Medizin an den Universitäten Erlangen, Würzburg und München;
Staatsexamen Dezember 1950 LMU München 1951: Promotion zum Dr. med. (magna cum laude) Universität Würzburg 1951 - 1953: Pathologisch-anatomische Weiterbildung in Regensburg, Würzburg und Zürich Ende 1953 - 1958: Wissenschaftlicher Assistent Univ.-Hautklinik Würzburg 1958: Facharzt für Dermatologie, Habilitation (Februar 1958), Erteilung der Lehrbefugnis
für Dermatologie und Venerologie, Ernennung zum Priv.-Doz. (Universität Würzburg) 1958 - 1962: Wiss. Assistent an der Univ.-Hautklinik Bonn, anschließend Europarat-Stipendium
für experimetelle Biologie (Universität Uppsala, Inst. f. Zoophysiologie) 1963 - 1967: Oberarzt und apl. Prof. (1964) an der Universitäts-Hautklinik Düsseldorf seit 1. 5. 1967: o. Prof. für Dermatologie und Venerologie Direktor der Dermatologischen
Klinik der FAU Erlangen-Nürnberg 1977: Ablehnung eines Rufes auf den Lehrstuhl für Dermatologie an der Universität
Bonn 1. 4. 1995: Emeritierung