Quelle: Shivalkar B, Van de Heyning C, Kerremans M et al. Obstructive sleep apnea syndrome:
more insights on structural and functional cardiac alterations, and the effects of
treatment with continuous positive airway pressure. J Am Coll Cardiol 2006; 47 (7):
1433-1439, Epub Mar 15
Thema: Aus kardiologischer Sicht betrachtet ist die obstruktive Schlafapnoe ein immer noch
viel zu selten erkanntes und behandeltes Problem - trotz vieler schwer wiegender potenzieller
kardiovaskulärer Komplikationen. Wie erfolgreich die Behandlung eines obstruktiven
Schlafapnoesyndroms dazu beitragen kann, die kardialen Veränderungen, zum Beispiel
eine linksventrikuläre Hypertrophie oder die Dilatation des rechten Ventrikels, und
damit vielleicht auch das kardiovaskuläre Risiko der Betroffenen positiv zu beeinflussen,
verdeutlicht eine aktuelle belgische Studie.
Projekt: Dr. Bharati Shivalkar, Antwerpen (Belgien), untersuchte hier die Herzmorphologie
und -funktion von 43 adipösen Patienten mit Schlafapnoesyndrom, bei denen bislang
keine Herzkrankheit diagnostiziert worden war, und verglich die Daten mit einer altersassoziierten
Kontrollgruppe (n = 40). Danach wurden die Schlafapnoepatienten einer sechsmonatigen
CPAP-Therapie ("continuous positive airway pressure") unterzogen und erneut sonografisch
und echokardiografisch untersucht.
Ergebnis: Vor der CPAP-Therapie war das rechte Ventrikel der Schlafapnoepatienten signifikant
größer, die Septumwand war deutlich dicker, und es bestand häufiger eine linksventrikuläre
Hypertrophie als bei der Kontrollgruppe. Zudem wiesen die Patienten höhere Herzfrequenzen
auf und litten häufiger unter einer Hypertonie. All diese Parameter waren eng mit
dem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) assoziiert (p > 0,004).
Nach der Überdruckbeatmung schliefen die Patienten nicht nur besser, auch die strukturellen
und funktionalen Einschränkungen der Herzfunktion bildeten sich wieder zurück.
Sogar die antihypertensive Therapie konnte nach der Überdruckbeatmung substanziell
reduziert werden. Immerhin 18 Patienten brachen jedoch die Überdruckbeatmung vorzeitig
ab.
Fazit: Schon nach einer relativ kurzen Zeit von nur sechs Monaten kann man mithilfe einer
nächtlichen Überdruckbeatmung die kardialen Veränderungen beim Schlafapnoesyndrom
signifikant beeinflussen. Ein Ergebnis, das frühere Studien nicht so deutlich herausgestellt
haben. Allerdings hatten damals die Patienten die Atemmasken nur einen Teil der Nacht
getragen.
Key Words: obstruktives Schlafapnoesyndrom - CPAP-Therapie - linksventrikuläre Hypertrophie
- Rechtsherzinsuffizienz