„Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes …”, so beginnt Homer die
Odyssee mit der Anrufung von Kalliope, der Muse der epischen Dichtung. Und es
ist Prometheus, der sich darauf beruft, den Menschen neben dem Feuer, die Künste
gebracht zu haben und die Erinnerung, als wahrende Mutter aller Musenwerke, Mnemosyne
eben, die Mutter aller neun Musen. Ohne Gedächtnis keine Künste, da ansonsten
alt und vorhanden nicht von neu zu unterscheiden ist und auch nicht Geniales
vom Trivialen.
Das gilt heutzutage nicht minder, um die Kunst des Forschens und deren Formulieren
zu erbitten. Dies gilt für die Medizin und unsere Dermatologie, aber auch für
Bücher und Zeitschriften und besonders für die Aktuelle Dermatologie. Die Schreibkunst liegt immer noch bei der Muse, welche dem Autor die Feder zu
führen gewillt ist. Die Kunst des Forschens allerdings liegt beim Forscher selber
und wird kontrolliert. Dies geschieht durch die Herausgeber der Zeitschriften
und Bücher, und sie werden unterstützt und fachlich beraten durch Gutachter
und ganze Gutachtersysteme. Allerdings sind diese auch nicht fehlerlos und deshalb
lückenhaft.
Solches gilt auch für die Beurteilung der Publikationen und Autoren durch das
„Institut for Scientific Information” (ISI), zumal dieses, in privater Hand, nicht
unbedingt und immer interessefrei ist (vergl. „Über den Wert der Bewertung” von
Ernst G. Jung, Akt. Dermatologie 2004; 30: 137 - 138). Die Unzulänglichkeit
zeigt sich dadurch, dass in zunehmendem Ausmaß Betrugsversuche durchschlüpfen
und publiziert sowie gewertet werden, bevor sie endlich aufgedeckt oder entlarvt
werden können. Dies geschieht in der Regel, wenn die Resultate im eigenen Labor
oder in unabhängigen Fremdlabors nicht reproduziert werden können. Oder es treten
aus dem engeren Umfeld Zusatzinformationen auf, welche an der Redlichkeit Zweifel
aufkommen lassen. Entsprechende und einschlägige Beispiele häufen sich und
bringen die gesamte Forschungstätigkeit, den Forschungsapparat sowie die Forschungsförderung
in Verruf.
Eine weitere und maßgebliche Kontrolle stellt zudem der Leser dar, der durch Leserbriefe
sowohl Ergänzungen und Bemerkungen als auch Kritiken und Verbesserungsvorschläge
anbringen kann, die sowohl den Autoren wie auch der gesamten Leserschaft zugute
kommen. Erfreulicherweise ist gerade dieses Instrument der Leserbriefe in unserer Zeitschrift der Aktuellen Dermatologie in den letzten Jahren in Fahrt
gekommen. Darüber freuen sich die Herausgeber.
Prof. Dr. Ernst G. Jung