Die hochauflösende Computertomografie (HRCT) weist die Wirksamkeit des aktiven Parathormon-Fragmentes
1-34 (rhPTH 1-34) Teriparatid[1] auf beinahe mikroskopischer Ebene nach. Anhand sogenannter virtueller Wirbelkörperbiopsien
konnte ein Team unter Leitung von Prof. Claus-C. Glüer, Kiel, die osteoanabolen Effekte
unter einer Behandlung mit Teriparatid im Therapieverlauf ohne invasive Intervention
bildlich darstellen.
Im Rahmen einer Subgruppenanalyse an 65 Patientinnen der EUROFORS (European Forsteo
Sequential Trial)-Studie wurde das Verfahren erstmals klinisch angewandt.[2],[3] Die Patientinnen hatten alle subkutan täglich 20 µg Teriparatid erhalten. Vor Beginn
der osteoanabolen Therapie sowie nach 6 und 12 Monaten Behandlung erfolgte eine HRCT-Untersuchung
am 12. Brustwirbelkörper. Gemessen wurden unter anderem der trabekuläre Knochenvolumenanteil,
die apparente Anzahl der Trabekel sowie deren Vernetzungsgrad.
Trabekelzahl und Vernetzungsgrad nimmt zu
Der trabekuläre Knochenvolumenanteil stieg nach 6 Monaten Therapie mit Teriparatid
um 20,4% und nach 12 Monaten um 31,6% gegenüber dem Ausgangswert. Im gleichen Zeitraum
stieg auch die im HRCT-Bild apparente Anzahl der Trabekel um 12,5% bzw. 18% und der
Vernetzungsgrad der Trabekel untereinander nahm zu. "Die Ergebnisse zeigen, dass unter
Teriparatid neue Knochensubstanz gebildet und die Mikroarchitektur neu aufgebaut wird,"
schlussfolgerte Glüer.
Keine Gewebeentnahme mehr nötig
Die HRCT erlaubt die Darstellung trabekulärer und kortikaler Strukturen ohne Entnahme
von Knochenbiopsien. Die durch die Therapie induzierten Veränderungen sind zum ersten
Mal auch in der Wirbelsäule im zeitlichen Verlauf darstellbar. "Ein großer Vorteil
des Verfahrens ist, dass wir mit der virtuellen Knochenbiopsie endlich die Möglichkeit
haben, für die Knochenstabilität entscheidende Parameter wie die Anzahl und die Konnektivität
der Trabekel im Inneren der Wirbelkörper direkt zu messen", erläuterte Glüer.
Unter der Therapie mit Teriparatid nimmt die Anzahl der Trabekel sowie deren Vernetzungsgrad
deutlich zu. Links: vor der Behandlung, Mitte: 6 Monate nach der Behandlung, Rechts:
12 Monate nach der Behandlung (Bild: Lilly Deutschland GmbH).
Nach einer Pressemitteilung (Lilly)