Wissenschaftler des Great Ormond Street Hospital haben ein Verfahren zur genauen Überprüfung
der Lungenfunktion bei Kleinkindern mit Atmunsproblemen entwickelt. Sehr kleine Kinder
können die spezielle Atemtechnik nicht bewältigen, die für konventionelle Funktionstests
erforderlich ist. Das neue Verfahren macht Probleme auch bei asymptomatischen Kindern
erkennbar. Bei Kindern unter 5 Jahren, die an chronischen Problemen der Atemwege litten,
mussten die Ärzte sich bisher auf die Untersuchung des Brustkorbes und die Berichte
der Eltern verlassen. Mit dem so genannten Multiple Breath Washout-Verfahren kann
das Kind ruhig durch eine Gesichtsmaske atmen, während es sich 10 bis 15 Minuten lang
einen Lieblingsfilm ansieht.
Das Team um Janet Stocks testete das neue Verfahren an 40 Kindern im Vorschulalter,
die an Mukoviszidose litten, und an rund 40 gesunden Kindern. Der Test identifizierte
bei 73% der erkrankten Kinder Abweichungen, obwohl viele von ihnen zu diesem Zeitpunkt
keine Symptome im Bereich des Thorax aufwiesen und bei anderen Tests normale Ergebnisse
lieferten. Laut den Wissenschaftlern sind diese Ergebnisse auch für andere Lungenerkrankungen
gültig. Stocks erklärte, dass damit eine Lungenerkrankung erkannt werden könne, bevor
die Symptome sichtbar würden. "Die Kinder können die richtige Behandlung erhalten,
bevor ein nicht wiedergutzumachender Schaden an der Lunge entstanden ist.“ Zusätzlich
könne man jetzt von der Kindheit an kontinuierlich Informationen über das Lungenwachstum
und die Entwicklung sammeln und damit wichtige Hinweise auf das Fortschreiten von
Lungenerkrankungen und die Auswirkungen verschiedener Medikamente auf den kindlichen
Körper erhalten.