Es könnte in Zukunft möglich werden, das Leben von Lungenkrebspatienten durch das
Rückgängigmachen von Resistenzen gegen Medikamente zu retten. Die meisten Todesfälle
sind auf die Anpassung der Tumoren auf die Wirkung der Chemotherapie zurückzuführen.
Wissenschaftler von Cancer Research UK haben jetzt jenen chemischen Mechanismus identifiziert,
der bei kleinzelligen Bronchialkarzinomen für diesen Effekt verantwortlich ist. Die
veröffentlichten Forschungsergebnisse machen Hoffnung auf ein Verfahren, dass diesen
Prozess erfolgreich unterlaufen kann (EMBO J 2006; 25: 3078-3088).
Die Forscher haben eine Reihe von entscheidenden Proteinen identifiziert, die ihrer
Meinung nach auch bei anderen Arten von Krebs eine wichtige Rolle beim Entstehen einer
Resistenz spielen. Der Großteil der an kleinzelligen Bronchialkarzinomen leidenden
Patienten kann nur mittels Chemotherapie behandelt werden, da die Diagnose meist erst
in einem vorgerückten Stadium erfolgt, in dem ein chirurgischer Eingriff nicht mehr
möglich ist. Tumoren, die über das Protein FGF-2 verfügen, reagieren schlechter auf
eine Behandlung. Die aktuelle Studie beweist, dass das Protein eine aktive Rolle beim
Entstehen einer Resistenz spielt.
Das Team identifizierte mit S6K2 ein weiteres Protein, das ebenfalls von entscheidender
Bedeutung ist. Größere Mengen dieses Proteins konnten in Proben nachgewiesen werden,
die ebenfalls resistent waren. Zusätzlich zeigte sich, dass nach einer Behandlung
rückfällige Patienten ebenfalls über erhöhte Mengen von S6K2 in ihren Tumoren aufwiesen.
Michael Seckl, Mitautor der Studie, berichtete, dass bereits an Medikamenten gearbeitet
werde, die FGF-2 blockieren können. Es bestehe jedoch ein Risiko bei den Nebenwirkungen,
da dieses Protein auch bei gesunden Zellen eine wichtige Funktion habe.