Hausstaubmilben sind als Allergieauslöser seit langem bekannt. Vor allem in feuchter,
warmer Umgebung leben diese Spinnentiere. Liu et al. untersuchten in China, ob Klimaanlagen
dort ein wichtiges Milbenreservoir sind und damit auch zur Zunahme von Allergien beitragen
können. Int Arch Allergy Immunol 2007; 144: 85-90
Hausstaubmilben, vor allem Dermatophagoides pteronyssimus (Der p) und Dermatophagoides
farinae (Der f) sind wichtige Allergenquellen. Sie treten in hohen Konzentrationen
im Hausstaub auf. In Seren Milben-sensibilisierter Personen liegt die IgE-Bindungsfrequenz
über 80%. Etwa 50% des IgE gegen Gesamtmilbenextrakt ist gegen Der f gerichtet. Die
Autoren sammelten binnen einen Jahres insgesamt 360 Staubproben von Klimaanlagen aus
Privathaushalten, Hotels und Büros. An jeder Sammelstelle wurde einmal im Monat eine
Probe entnommen. Die enthaltenen Milben wurden taxonomisch bestimmt, die Allergene
extrahiert und die Der-f-1- und Der-f-2-Konzentrationen mittels ELISA (Enzyme linked
Immunosorbent Assay) festgestellt. Zusätzlich wurde aus 1 000 Milben eine Polymorphismusanalyse
durchgeführt.
Es zeigte sich ein jahreszeitlicher Verlauf: Die höchsten Milbekonzentrationen waren
im Juli und August messbar, während die Population in den Wintermonaten auf Null sank.
Die im Sommer gesammelten Milben gehörten zu 25-30% zur Art Der f 1 und Der f 2, die
in 4 bzw. 5 Polymorphismen vorlagen. Klimaanlagen im feuchtwarmen China sind also
vor allem im Sommer eine mögliche (Milben-)allergenquelle.
Bewertung
Die Arbeit macht deutlich, dass die Verbesserung von Lebensqualität vielschichtig
ist. Klimaanlagen sorgen zwar für eine angenehme Temperatur, aber ihre Filter bieten
auch für Mikroorganismen ideale Lebensbedingungen. Dies gilt natürlich nicht nur für
die chinesische Bevölkerung. Um Belastungen mit Allergenen und anderen Krankheitsauslösern
zu vermeiden, sind regelmäßige Wartung und Reinigung der Anlagen deshalb von großer
Bedeutung. Langfristig ist sonst der Schaden durch Klimatisierung größer als der Nutzen.
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Referiert und bewertet von Dr. Verena Liebers, Bochum