Während bei der stationären Behandlung metabolische Störungen nicht immer wahrnehmbar
sind, wird im ambulanten Alltag im Langzeitverlauf unter naturalistischen Bedingungen
der Zusammenhang zwischen diesen Nebenwirkungen, der antipsychotischen Medikation
und der Erkrankung besonders deutlich, berichtete der Psychiater Dr. Klaus M. Hitschfeld
aus seiner Hamburger Praxis. Gegenstand der aktuellen Forschung ist, ob diese Veränderungen
primär krankheitsimmanent oder sekundär therapieinduziert sind.
Diese Erfahrung wurde ebenfalls durch die UNITE-Studie [1] bestätigt, bei der die befragten Patienten mit Schizophrenie oder bipolarer Störung
mehrheitlich über Schlafstörungen sowie Gewichtszunahme seit Krankheitsbeginn berichteten.
Zudem gaben viele der Befragten an, dass die Gewichtszunahme weitere metabolische
Störungen (z.B. Hypercholesterinämie, Hypertonie, Diabetes mellitus) auslöse oder
bestehende verschlimmere und machten als Ursache die antipsychotische Medikation verantwortlich.
Eine möglichst optimale Therapiestrategie, welche eine erhöhte Compliance und Adherence
verbessern, verringerte Rückfalls- und Rehospitalisierungsraten und längere Remissionen
erwarten lässt, sollte neben einer stabilen Arzt-Patienten-Beziehung eine balancierte
antipsychotische Therapie beinhalten, die im Einklang mit Psyche und Körper des Patienten
steht, forderte Prof. Michael Deuschle, Mannheim.
Wirksam und trotzdem gewichtsneutral
Verschiedene atypische Neuroleptika tragen in unterschiedlicher Weise zu hohen Prävalenzraten
für Adipositas, Hypertriglyzeridämie und Diabetes mellitus bei. Für eine interessante
Therapieoption aus der heterogenen Gruppe der Atypika hält Deuschle deshalb das Neuroleptikum
Ziprasidon, das sich aufgrund seines Rezeptorprofils bei guter Wirksamkeit günstig
auf den Metabolismus auswirkt (Tab. [1]). Die Ergebnisse kontrollierter Kurz- und Langzeitstudien zeigen für Ziprasidon
eine niedrige Inzidenz von extrapyramidal-motorischen Symptomen (EPMS) und Spätdyskinesien,
sowie eine Gewichts- und Fettstoffwechselneutralität. Ziprasidon besitzt eine lineare
Dosis-Wirkungs-Beziehung mit der höchsten Effektstärke bei einer Dosis von 160 mg/d.
In der Akuttherapie empfiehlt Deuschle eine Zieldosis von 120 bis 160 mg/d.
Tab. 1 Rezeptorprofile von Atypika
Dr. Daniel Bomar, Linkenheim
Quelle: Pressehintergrundgespräch "Optimale und gute Verträglichkeit - erfolgreiche
antipsychotische Therapie mit Zeldox®" Frankfurt 02. April 2008, veranstaltet von
der Pfizer GmbH