Laryngorhinootologie 2019; 98(04): 228-229
DOI: 10.1055/a-0799-6603
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kommentar der Schriftleitung

Editor’s Comment
Andreas Dietz
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Publication History

Publication Date:
09 April 2019 (online)

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

Sie halten aktuell die Aprilausgabe der LRO in Händen, die wieder eine bunte Mischung unterschiedlicher Themen unseres schönen Fachgebietes enthält.

In der Rubrik Referiert und Diskutiert wird eine sehr interessante Arbeit zum Thema „Head and Neck Cancer Survivorship“ besprochen, die stellvertretend für ein wachsendes Interesse an dieser Thematik mittlerweile auch in der Kopf-Hals-Tumorszene darstellt [1]. Hintergrund sind deutlich bessere Überlebensraten bei immer jünger werdenden Patienten im Rahmen des „HPV-Zeitalters“ [2]. Tatsächlich geht es heute nicht mehr um das reine Überleben, sondern die Lebensqualität nach erfolgreicher Therapie sowie die Möglichkeit wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren bzw. die zuvor mit Leidenschaft begangene berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen. In der hier besprochenen Publikation werden nicht unerhebliche Langzeitfolgen dargestellt und besprochen. Frau Priv.-Doz. Schneider aus Jena kommentiert diese Arbeit und weist auf wichtige Aspekte des Themas hin. Tatsächlich wird in der Rehabilitationsszene im Moment der Begriff von Prä-Rehabilitation aufgebaut, bei dem es um die unmittelbar nach Diagnose, also vor Therapie bereits beginnenden Präventionsmaßnahmen geht, um ggf. entstehende Spätfolgen zu reduzieren [3]. Des Weiteren wird eine Arbeit zum Re-Booting bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen besprochen [4]. Herr Priv.-Doz. Reichel aus Pforzheim setzt sich kritisch mit diesem neuen Thema auseinander. Professor Nawka setzt sich in der Rubrik Sehen und Verstehen mit dem Thema „Synechie der Stimmlippen (Diaphragma laryngis)“ auseinander [5], [6]. Eine hoch interessante Übersichtsarbeit von Priv.-Doz. Dr. Gerber und Kollegen aus Düsseldorf befasst sich intensiv mit der ästhetischen Behandlung mit Fillern und insbesondere dem Management von Nebenwirkungen im Gesichtsbereich [7]. Die Arbeit ist insofern lesenswert, da nicht selten auftretende vaskuläre Komplikationen nach Injektion eines Hyaluronsäure-Fillers zu unter Umständen persistierenden Hautverletzungen führen können. In einer weiteren Übersichtsarbeit von Professor Jost und Kollegen wird die Therapie des Spasmus hemifacialis mit Botulinumtoxin besprochen [8]. Von Frau Dr. Nachtsheim aus der Gruppe um Professor Lüers aus Köln wird in einer Originalarbeit die Analyse unter dem Management von postoperativen Schmerzen nach Sialendoskopie untersucht und beschrieben [9]. Dr. Heidemann und Kollegen aus Berlin beschäftigen sich mit dem Vorgehen bei Schilddrüsenkarzinomen in einer medianen Halszyste [10]. Die Arbeit ist sehr interessant, da für gewöhnlich eine mediane Halszyste als nicht malignomsuspekt bzw. nicht endartungsgefährdet eingestuft wird. Die sehr seltene Konstellation eines papillären Schilddrüsenkarzinoms in einer medianen Halszyste wird in dieser Arbeit dargestellt und ausgeführt. Bemerkenswert sind die Hinweise von Albrecht Wienke zur Beweiskraft ärztlicher Aufklärungsbögen [11]. Abgeschlossen wird das Heft mit einem CMI-Artikel in der Rubrik Facharztwissen HNO zu fazialen Hauttumoren Teil 2 von Frau Professor Sadick, Herrn Dr. Häussler und Frau Professor Rotter aus Mannheim [12].

Ich wünsche Ihnen, wie immer, großes Lesevergnügen und verbleibe mit herzlichen Grüßen

Ihr
Professor Dr. med. Andreas Dietz
Schriftleitung