Zusammenfassung
Die Epiphysen unterscheiden sich sowohl in ihrer physiologischen Entwicklung, als
auch in ihrer Pathophysiologie deutlich vom übrigen Skelett. Hierbei ist besonders
die sehr niedrige Inzidenz von primären Knochentumoren auffällig. Die Analyse des
eigenen Tumorregisters mit 2.758 Fällen und der kritische Vergleich mit der Literatur
bestätigen als häufigsten Vertreter in der Epiphyse das Chondroblastom mit einer deutlichen
Häufung im 2. Lebensjahrzehnt. Daneben kommen im Kindcsalter noch Chondrome in der
Epiphyse vor, wohingegen Osteoidosteome bzw. Osteoblastome außerordentlich selten
sind. Auch tumor-simulierende Läsionen und Osteomyelitiden sind Raritäten in der Epiphyse.
Ein primär maligner Tumor an der Epiphyse konnte in unserem Register nicht nachgewiesen
werden. Auch in der Literatur sind bisher nur weniger als 10 Fälle mit Osteosarkomen
der Epiphyse publiziert worden. Nach dem Verschluß der Wachstumsfuge besteht keine
klare anatomische Grenze mehr zwischen Metaphyse und Epiphyse. so daß sich nunmehr
nahezu alle primären und sekundären Knochentumoren in diesem Knochenabschnitt entwickeln
können. Ein primärer bzw. isolierter Befall der Epiphyse wird jedoch auch im Erwachsenenalter
nur außerordentlich selten nachgewiesen.
Abstract
The epiphyses of bone have a differenl physiologic development and pathophysiology
compared to the other skeleton. Hereby the very low ineidence of primary bone tumors
has to be noted. The analysis of our tumor register. including 2758 cases, and of
thlilerature confirms the chondroblastoma as the most frequent bone tumor especially
in the second decade of life. Besides this we find chondromas of the epiphysis in
infancy. Osteoidosteomas and osteoblastomas as well as tumor-like lesions and Osteomyelitis
occur extremely rare. We had no case of a primary malignant bone tumor in our register.
Moreover less than 10 cases of osteosarcoma of the epiphysis have been reported in
the literature. The border between metaphysis and epiphysis can not be distinguished
any more after closure of the epiphyseal growth plate so that primary and secondary
bone tumors can develop in this region now. An isolated occurrence of tumor in the
epiphysis is even rare in adolescence.
Schlüsselwörter
epiphysäre Knochentumoren - Altersabhängigkeit - Chondroblastom
Key words
epiphyseal bone tumors - age relation - chondroblastoma