Zusammenfassung
Einleitung: Im Wettbewerb um die Talente der Generation Y rücken mehr die Wünsche und Ansprüche
der angehenden Ärztinnen und Ärzte in den Fokus mit dem Ziel, den kurativen Arztberuf
attraktiver zu gestalten. Im Detail wissen wir jedoch noch zu wenig über die Erwartungen
der Medizinstudierenden an die Berufswelt. Methode: In einer bundesweiten Onlinebefragung wurden 9079 Medizinstudierende aller Fakultäten
erreicht. Wir stellten sowohl 21 Fragen zur zukünftigen Arbeitsplatzwahl und zur erwarteten
Arbeitsplatzzufriedenheit als auch 21 Fragen zu Gründen, nicht kurativ tätig zu sein.
Ergebnisse: Mittels Faktorenanalyse konnten 5 Faktoren extrahiert werden: Work-Life-Balance,
Karriere, fachlicher Anspruch, Betriebsklima und Prestige. Die Korrelation der Faktoren
mit den soziodemografischen Daten der Befragten ergab signifikante Zusammenhänge mit
dem jeweiligen Geschlecht, der angestrebten Fachspezialisierung sowie dem Familien-
und Kinderstatus. Der ebenfalls durchgeführte Abgleich mit „Gründen, nicht kurativ
tätig zu werden“, ließ die Priorisierung einzelner Faktoren zu. Work-Life-Balance,
Karriere, fachlicher Anspruch und Betriebsklima wurden geschlechtsübergreifend als
besonders wichtige Parameter aufgeführt. Diskussion: Erkenntnisse zur Arbeitszufriedenheit der motivierten und leistungsbereiten Generation
Y sind von zentraler Bedeutung. Nur wenn es gelingt, diesen geschlechts(un)abhängigen
Erwartungen im leistungsverdichteten beruflichen Alltag zu entsprechen, wird der Arztberuf
an Attraktivität gewinnen, werden sich auf Bundesebene Versorgungsengpässe entschärfen
lassen und Kliniken die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte gewinnen und halten können.
Abstract
Background: Medical studentsʼ attitudes and expectations about their future working life are
changing. To hire the best talents from Generation Y, hospitals must pay attention
to these factors to make working in patient care more attractive. However, little
detailed knowledge about the professional and career expectations of todayʼs medical
students is available to date. Method: In a nationwide online survey, a total of 9079 medical students from all German medical
faculties returned the questionnaire. Twenty-one questions related to future career
choices and work satisfaction, followed by 21 questions dealing with reasons for not
working in patient care. Results: Factor analysis yielded five factors: work-life balance, career, professional needs,
working atmosphere, and prestige. A correlation analysis between these factors and
respondentsʼ socio-demographic data revealed significant correlations with sex, specialty
choice, and marital/parental status. A correlation analysis with “reasons for not
working in patient care” revealed that work-life balance, career, professional needs,
and working atmosphere had high priority for both sexes. Discussion: It is crucial to collect data on the work satisfaction of Generation Y, whose members
are motivated and willing to perform in todayʼs highly demanding work environment.
However, sex-dependent/independent expectations must be met to make the medical profession
more attractive, to overcome the Germany-wide shortage of physicians, and to attract
young doctors to the hospitals.
Schlüsselwörter
Generation Y - Medizinstudierende - Arbeitsplatzwahl - Arbeitsplatzzufriedenheit -
geschlechtsabhängige Erwartungen
Key words
Generation Y - medical students - future career choices - work satisfaction - sex-dependent
expectations