Fortschr Röntgenstr 2018; 190(10): 955-966
DOI: 10.1055/a-0576-1028
Neuroradiology
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Subependymome – Charakteristika einer „leave me alone“-Läsion

Article in several languages: English | deutsch
Sara Kammerer
1  Goethe-University, Institute for Neuroradiology, Frankfurt, Germany
,
Monika Mueller-Eschner
1  Goethe-University, Institute for Neuroradiology, Frankfurt, Germany
,
Arne Lauer
1  Goethe-University, Institute for Neuroradiology, Frankfurt, Germany
,
Anna-Luisa Luger
2  Goethe-University, Department of Neurology, Frankfurt, Germany
,
Johanna Quick-Weller
3  Goethe-University, Department of Neurosurgery, Frankfurt, Germany
,
Kea Franz
3  Goethe-University, Department of Neurosurgery, Frankfurt, Germany
,
Patrick Harter
4  Edinger Institute, Goethe University, Department of Neurology, Frankfurt, Germany
,
Joachim Berkefeld
1  Goethe-University, Institute for Neuroradiology, Frankfurt, Germany
,
Marlies Wagner
1  Goethe-University, Institute for Neuroradiology, Frankfurt, Germany
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

20 September 2017

14 January 2018

Publication Date:
18 June 2018 (eFirst)

Zusammenfassung

Ziel Intrakranielle Subependymome sind seltene, meist asymptomatische Tumore, die oft als Zufallsbefund auffallen und in der Literatur wahrscheinlich aus diesem Grund wenig Beachtung finden. In der WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems mit Grad I als benigne klassifiziert, nehmen sie gegenüber den übrigen ependymalen Tumoren eine Sonderstellung ein. Tumorrezidive sind eine Rarität; spinale Abtropfmetastasen kommen nicht vor. Während ätiologische, pathologische und therapeutische Charakteristika seit Jahrzehnten Gegenstand einiger Publikationen und mittlerweile gut untersucht sind, findet der bildmorphologische Aspekt deutlich weniger Beachtung.

Material und Methode Retrospektive Analyse unseres relativ großen institutseigenen Kollektivs von 33 Patienten mit Subependymom einschließlich 4 Patienten mit einer Mischform aus Subependymomen mit ependymalen Zellanteilen hinsichtlich bildgebender und klinischer Aspekte und Bezug auf eine aktuelle Literaturübersicht.

Ergebnisse Subependymome weisen typische bildmorphologische Charakteristika auf, die sie von Tumoren anderer Entität, nicht aber der seltenen Sonderform eines histopathologischen Mischbildes aus Subependymom- und Ependymomanteilen, unterscheiden.

Schlussfolgerung Bildmorphologische Eigenschaften der Subependymome und Differentialdiagnosen zu kennen ist von besonderer Bedeutung, um je nach Entität zwischen Verlaufskontrollen, einer zeitnahen invasiven Abklärung und gegebenenfalls Resektion entscheiden zu können.

Kernaussagen:

  • Subependymome weisen typische, gegenüber anderen Tumorentitäten klar abgrenzbare bildgebende Charakteristika auf.

  • Vermehrtes Auftreten bei Männern mittleren/ höheren Alters, häufigste Lokalisation im 4.Ventrikel.

  • Symptomatische Subependymome, häufig im Seitenventrikel lokalisiert, fallen meist durch einen Hydrocephalus auf.

  • Die bildmorphologische Differenzierung eines gemischten Subependymoms mit ependymalen Zellanteilen ist nicht möglich.

  • Die radiologische Abgrenzung gegenüber anderen Entitäten ist von Bedeutung für das Procedere.

Zitierweise

  • Kammerer S, Mueller-Eschner M, Lauer A et al. Subependymomas – Characteristics of a “Leave me Alone” Lesion. Fortschr Röntgenstr 2018; 190: 955 – 966