Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2019; 14(01): 43-60
DOI: 10.1055/a-0623-5540
Schultergürtel und obere Extremität
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Skapulafrakturen

Paul Hagebusch
,
Dennis Wincheringer
,
Uwe Schweigkofler
,
Reinhard Hoffmann
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Publication History

Publication Date:
04 February 2019 (online)

Skapulafrakturen sind selten; sie treten bei hoher Gewalteinwirkung auf, häufig mit teils schweren Begleitverletzungen. Die Skapula bildet mit dem Schultergürtel eine funktionelle Einheit und stellt die Aufhängung der oberen Extremität dar. Eine Instabilität kann zu einer erheblichen Funktionseinschränkung führen. In der Regel zeigt die konservative Therapie bei extraartikulären Frakturen gute Ergebnisse. Ist jedoch die Fossa glenoidalis beteiligt, kann eine operative Therapie notwendig werden.

Kernaussagen
  • Skapulafrakturen treten häufig bei mehrfachverletzten Patienten auf und sind Hinweis auf eine große Krafteinwirkung. Besonders Verletzungen der Wirbelsäule und des Brustkorbs sollten ausgeschlossen werden.

  • Im Rahmen der Diagnostik zur Beurteilung der Stabilität und präoperativen Planung ist eine CT-radiografische 3-D-Rekonstruktion sehr hilfreich.

  • Die Aufhängung der oberen Extremität erfolgt über den Superior Suspensory Shoulder Complex (SSSC). Die Stabilität dieses Komplexes ist entscheidend für die Funktion der Extremität.

  • Eine ggf. notwendige operative Versorgung ist auch nach ≥ 3 Wochen noch suffizient möglich.

  • Nahezu alle Korpus- und mehr als ⅔ der Skapulahalsfrakturen können mit guten Ergebnissen konservativ behandelt werden.

  • Glenoidfrakturen bedürfen meist einer operativen Therapie.

  • Eine frühfunktionelle Beübung unter physiotherapeutischer Anleitung sollte schnellstmöglich erfolgen.