Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2019; 14(03): 271-292
DOI: 10.1055/a-0625-1167
Schultergürtel und obere Extremität
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Inverse Prothesen bei Defektarthropathie, Fraktur und Revisionsendoprothetik

Reversed Prostheses in Cuff Arthropathy, Fracture and Revision Endoprosthetics
Jan Theopold
,
Maria Mütze
,
Pierre Hepp
Further Information

Publication History

Publication Date:
29 May 2019 (online)

Das Grundprinzip der inversen Schulterendoprothese (rTSA) beruht auf einer Invertierung der Gelenkpartner. Die rTSA war als Prothese für arthritische Schultern mit einer starken Zerstörung der Rotatorenmanschette entwickelt worden. Dieser Artikel beleuchtet die Indikationen, die OP-Technik, die operative Nachbehandlung und das Komplikationsspektrum der rTSA.

Kernaussagen
  • Indikationen von inversen Schulterendoprothesen (rTSA) sind:

    • Rotatorenmanschettenmassendefekte mit Pseudoparalyse des Arms,

    • statisch dezentrierte Omarthrosen,

    • nicht rekonstruierbare proximale Humerusfrakturen beim älteren Patienten,

    • Revisions- und Wechselendoprothetik.

  • Bei der Implantation von rTSA hat die Schonung des N. axillaris oberste Priorität.

  • Dem deltoideopektoralen Zugang sollte, wenn immer möglich, der Vorzug gegeben werden.

  • Zementfreie Implantate sollten bevorzugt eingesetzt werden.

  • Auch bei der Frakturprothetik ist der Versuch der Refixation der Tubercula/Rotatorenmanschette sinnvoll.

  • Insgesamt sind die Ergebnisse nach rTSA, unabhängig von der Indikation, für die Patienten zufriedenstellend.