Ultraschall in Med 2018; 39(05): 564-565
DOI: 10.1055/a-0628-6322
Letter to the Editor
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Endobronchialer Ultraschall-EBUS (Update 2017)

Christoph F. Dietrich
Medizinische Klinik 2, Caritas-Krankenhaus, Bad Mergentheim, Germany
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Publication Date:
04 July 2018 (eFirst)

Mit Interesse habe ich den Artikel von Darwiche K. und Kollegen gelesen, der mich aber auch zu einigen Kommentaren angeregt hat [1].

Zunächst werden die Gerätschaften vorgestellt, aber alleinig eine Olympus-Entwicklung erwähnt – die aktuellen Entwicklungen der konkurrierenden Gerätehersteller werden vernachlässigt. Im Folgenden wird auf die Anatomie eingegangen und die Lymphknoten-Kompartimente 2, 4 und 10 werden mit ihren Begrenzungen dargestellt. Bei anderen Kompartimenten wird auf die Beschreibung derer Begrenzungen verzichtet. Weiter unten wird erläutert, dass die Lymphknoten-Stationen 8 und 9 nur transösophageal darstellbar sind – weiter oben steht allerdings, zumindest missverständlich, das Gegenteil. Andere Kompartimente finden keine Erwähnung (beispielsweise Kompartiment 3). Es fehlen bedauerlicherweise auch die Erklärungen und Konsequenzen für das Staging und die Therapieentscheidungen bei maligner Infiltration der einzelnen Lymphknoten-Kompartimente [2] [3].

Es wird erläutert, dass ein präzises Mediastinal-Staging mit Punktion aller Lymphknoten mit einem Durchmesser über 5 mm für Patienten und Untersucher angenehmer und zeitsparender in Allgemeinnarkose möglich ist. Diese Aussage ist doppelt fehlleitend, da im Mediastinum im Einzelfall normale Lymphknoten mit einem Längsdurchmesser von über 20 mm gefunden werden können. Dies ist auch in Autopsiestudien belegt und für die Lymphknotenstation 7 (transösophageal) endosonographischer Alltag. Die Durchführung einer Allgemeinnarkose ist m. E. nicht zeitsparend.

Es wird erläutert, dass die transösophageale Endosonografie gleichwertig mit dem EBUS-Bronchoskop möglich ist. Wir zweifeln dies an, auch aufgrund der Länge der Gerätschaften. Beispielsweise kann die linke Nebenniere in annähernd allen Fällen („100 %“) konventionell endosonografisch dargestellt werden. Die Darstellung der rechten Nebenniere gelingt alleinig konventionell endosonografisch [4].

In der Folge wird erläutert, dass sich die Limitation nicht durch die Gerätelänge, sondern durch die fehlende Passierbarkeit des Ösophagus infolge von Stenosen oder Hernierung, schlechtem Schallkontakt oder Erbrechen in Aspiration während der Untersuchung erklären lässt. Für einen kombiniert ausgebildeten Pneumologen und Gastroenterologen ist es nicht erklärlich, dass die Hernierung ein Hindernis darstellt. Erbrechen und Aspiration während der elektiven Endoskopie sollten nicht vorkommen.

Es wird erläutert, dass die Gewebeverformung durch lineare Kompression als Maß der Elastizität bestimmt wird. Die Kompression und ihr Einfluss auf das Gewebe ist nicht linear.

Im Weiteren werden 2 unterschiedliche Elastografie-Techniken (Scherwellen- und Kompressionselastografie) synonym verwendet [5] [6], dies ist falsch. Die Autoren erläutern, dass die Elastografie bei transkutanem Ultraschall oberflächlicher Organe etabliert ist und u. a. zur Beurteilung von Leberfibrosen (Fibroscan), zur Verlaufskontrolle nach Nierentransplantation sowie in der Diagnostik von Lymphknoten, unklaren Läsionen der Mamma und der Schilddrüse einsetzbar ist [7]. Kritisch anzumerken ist, dass die Beurteilung der Leberfibrose durch Scherwellenelastografie erfolgt und die Scherwellenelastografie nicht alleinig durch die Markenbezeichnung der Firma Echosens (Fibroscan™) repräsentiert wird sondern auch in anderen Ultraschallgeräten verfügbar ist [8] [9] [10]. Andere Organe können mit beiden Techniken untersucht werden [7] [11] [12] [13]. Eine Klarstellung der unterschiedlichen Elastografietechniken ist notwendig.

Auf die Kontrastmittelapplikation beim EBUS und Vaskularisationsmuster wird leider nicht eingegangen [14].

Der radiale EBUS mittels Minisonde wird ausgiebig dargestellt. Wir sind der Meinung, dass es weltweit Konsens ist, dass der Minisonden-EBUS nur noch eine marginale Bedeutung hat und die Gewebegewinnung im Vordergrund steht.