Fortschr Röntgenstr 2019; 191(01): 33-39
DOI: 10.1055/a-0636-3851
Review
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Strukturierte Befundung in der klinischen Routine

Article in several languages: English | deutsch
Daniel Pinto dos Santos
1  Department of Radiology, University Hospital Cologne, Germany
,
Johann-Martin Hempel
2  Department of Neuroradiology, University Hospital Tübingen, Germany
,
Peter Mildenberger
3  Department of Radiology, University Medical Center Mainz, Germany
,
Roman Klöckner
3  Department of Radiology, University Medical Center Mainz, Germany
,
Thorsten Persigehl
1  Department of Radiology, University Hospital Cologne, Germany
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

06 December 2017

04 May 2018

Publication Date:
13 August 2018 (eFirst)

Zusammenfassung

Hintergrund Der radiologische Befundbericht ist das zentrale Mittel der Kommunikation zwischen Radiologen und Zuweisern. Traditionell wird dieser als Freitext verfasst. Aus zahlreichen Untersuchungen ist bekannt, dass eine strukturierte Befundung mit Nutzung entsprechender Befundvorlagen eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Befundberichten aufweist. Zahlreiche radiologische Fachgesellschaften empfehlen daher die Implementierung einer strukturierten Befundung in der klinischen Routine.

Methode Inzwischen existieren bereits Sammlungen frei verfügbarer Befundvorlagen sowie kommerzielle Softwarelösungen zur strukturierten Befundung. Diese ermöglichen eine Verbesserung der Qualität radiologischer Befundberichte durch Nennung aller notwendigen klinischen Informationen. Die meisten Hersteller stellen vor allem proprietäre Befundvorlagen zur Verfügung oder erlauben dem Benutzer die Erstellung institutionsspezifischer Befundvorlagen. Die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) hat sich zum Ziel gesetzt, qualitätsgesicherte konsensbasierte Befundvorlagen zu entwickeln und unter freier Lizenz zur Verfügung zu stellen.

Ergebnisse Die DRG hat erste konsensbasierte Befundvorlagen entwickelt und unter www.befundung.drg.de zur freien Verfügung gestellt. Weitere Befundvorlagen werden in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Arbeitsgemeinschaften der DRG und zuweisenden Kollegen erarbeitet.

Schlussfolgerung Strukturierte Befundung ermöglicht eine deutliche Verbesserung der Qualität radiologischer Befundberichte für eine Vielzahl von Fragestellungen. Die Nutzung strukturierter Befundvorlagen bedingt jedoch eine Umstellung im persönlichen und technischen Befundungsprozess. In ihrer führenden Rolle in der Anwendung moderner IT-gestützter Lösungen sollte sich die Radiologie diesen Herausforderungen bewusst stellen. Softwarehersteller sind nun gefordert, praktische Lösungen anzubieten.

Kernaussagen:

  • Strukturierte Befundberichte weisen zahlreiche Vorteile gegenüber konventionellen, narrativen Befundberichten auf.

  • Die Deutsche Röntgengesellschaft entwickelt konsensbasierte und qualitätsgesicherte Befundvorlagen.

  • Befundvorlagen werden unter www.befundung.drg.de unter freier Lizenz zur Verfügung gestellt.

  • Hersteller sind nun gefordert, Lösungen zur Implementierung strukturierter Befundung anzubieten.

Zitierweise

  • Pinto dos Santos D, Hempel J, Mildenberger P et al. Structured Reporting in Clinical Routine. Fortschr Röntgenstr 2019; 191: 33 – 39