Z Gastroenterol 2018; 56(10): 1303-1307
DOI: 10.1055/a-0661-8575
Mitteilungen der Gastro-Liga
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Gastroenterologie an einem Krankenhaus unter privater Trägerschaft

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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
10. Oktober 2018 (online)

Prof. Dr. Thomas Frieling

Als ich angefragt wurde, für die Gastro-Liga über dieses Thema zu schreiben, habe ich spontan zugesagt. Das Thema ist komplex und von vielen unterschiedlichen Facetten beeinflusst, die neben der persönlichen Erfahrung auch die Entwicklung des Gesundheitswesens in Deutschland widerspiegeln.

Die Wahl des Themas signalisiert die Vorstellung, dass sich die Gastroenterologie unter privater Trägerschaft grundsätzlich von öffentlichen bzw. freigemeinnützigen Häusern unterscheiden könnte. Diese Frage versuche ich im Verlauf differenziert zu bearbeiten, da das Thema sicherlich mit vielen Vorbehalten und Vorurteilen gegenüber privaten Trägern belegt ist. Es erscheint daher wichtig, auch auf die sich ändernden Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen einzugehen. Da praktisch keine Analysen und Vergleiche, die speziell auf die Situation der Gastroenterologie eingehen, verfügbar sind, werde ich mich auf die Stellung der Krankenhausträger im Allgemeinen und speziell auf die Innere Medizin fokussieren.

Mir ist bewusst, dass bei der Bearbeitung des Themas mein persönlicher „bias“ eine Rolle spielen kann. Nach langer universitärer Tätigkeit übernahm ich die Medizinische Klinik II an einem stolzen und renommierten kommunalen Haus der Maximalversorgung und Lehrkrankenhaus. Aufgrund von Missmanagement mit nachfolgender wirtschaftlicher Insolvenz ging das Haus in die private Trägerschaft (HELIOS) über. Unter professioneller Führung gelang es in kurzer Zeit das „Blatt zu wenden“ und das Haus ohne Abbau von Mitarbeiterstellen wirtschaftlich zu einem der erfolgreichsten Häuser des Trägers zu führen. Bei unveränderten persönlichen Konditionen konnte ich meine Klinik weiter entwickeln und zusätzliche Schwerpunkte integrieren.

Eine weitere Frage, die sich bei der Bearbeitung des Themas ergibt, ist, welche Zielgruppen informiert werden sollen. Aus meiner Sicht ist dies die breite Bevölkerung, da dies ja eine wesentliche Intention der Gastro-Liga ist. Zum anderen ermöglichen die Publikationen in der Zeitschrift für Gastroenterologie den Zugang zu Kolleginnen und Kollegen in Klinik und Praxis. Hierbei möchte ich mich insbesondere auf die jüngeren Kolleginnen und Kollegen fokussieren.