Frauenheilkunde up2date 2019; 13(02): 147-159
DOI: 10.1055/a-0663-9167
Allgemeine Gynäkologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Migrantinnen in der gynäkologisch-/geburtshilflichen Praxis

Dietmar Schlembach
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Publication Date:
17 April 2019 (online)

Migrationshintergrund ist per se kein Gesundheitsrisiko. Bei der Betreuung von Frauen mit Migrationshintergrund spielen – neben den Gründen, die Heimat zu verlassen – soziokulturelle Unterschiede und Ethnizität eine Rolle. Flüchtlinge weisen vermehrt Schwangerschaftsrisiken auf. Mit zunehmendem Akkulturationsgrad bestehen keine bedeutsamen Unterschiede mehr hinsichtlich der Inanspruchnahme der Schwangerenvorsorge und dem geburtshilflichen Outcome.

Kernaussagen
  • Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

  • Neben den Gründen, die Heimat zu verlassen, spielen soziokulturelle Unterschiede und Ethnizität sowie der Akkulturationsgrad bei der Betreuung eine bedeutsame Rolle.

  • Schutzsuchende/Flüchtlinge weisen vermehrt Schwangerschaftsrisiken sowie ein ungünstiges peripartales und perinatales Outcome auf.

  • Sprachprobleme oder kulturelle Barrieren schränken die Effektivität der Vorsorge und Betreuung ein.

  • Mit zunehmendem Akkulturationsgrad verlieren sich die Unterschiede.

  • Lifestyleänderungen können zur Zunahme von Schwangerschaftskomplikationen führen.

  • Ethnizität und Konsanguinität sind wichtige Faktoren für das Auftreten von Schwangerschaftskomplikationen sowie genetischen Erkrankungen.